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Gaza-Stadt
Luftangriff bringt Wohnhochhaus zum Einsturz

Wohnhochhaus in Gaza bei Luftangriff zerstört
Wohnhochhaus in Gaza bei Luftangriff zerstört FOTO: afp, tcx/EIS
Gaza. Fünf Minuten hatten die Bewohner in Gaza Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. 22 wurden dennoch verletzt. Der Krieg droht wieder mit voller Härte zu entbrennen, Ägypten ruft zu neuen Waffenstillstandsgesprächen auf.

Der Krieg droht mit voller Wucht in den Gazastreifen zurückzukehren: Am Abend brachten israelische Kampfflugzeuge nach palästinensischen Angaben mit zwei Raketen ein zwölfstöckiges Wohnhaus zum Einsturz. Fünf Minuten hatten die Bewohner der 48 Wohnungen Zeit bekommen, sich in Sicherheit zu bringen - als Vorwarnung wurde eine Rakete ohne Sprengkopf in das Dach des Hauses gefeuert, teilte die Polizei in Gaza mit.

Fünf Minuten später folgten die scharfen Raketen; 22 Menschen seien verletzt worden, darunter elf Kinder und fünf Frauen, sagte der Leiter der Notaufnahme des Schifa-Krankenhauses, Ajman Sahabani.

Augenzeugen und Polizei berichteten, das Hochhaus sei unter der Wucht der Einschläge eingestürzt; ein riesiger Feuerball sei in den Himmel geschossen.

Angesichts der Eskalation im Gaza-Krieg versuchte sich Ägypten erneut als Vermittler einzuschalten. Kairo rief Israel und die Palästinenser zu neuen Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe auf. Die israelische Regierung wollte sich zu der Initiative allerdings zunächst nicht äußern.

Die Verhandlungen der Konfliktgegner waren Anfang der Woche nach dem Bruch einer vorläufigen Feuerpause gescheitert. Dem Krieg sind seit Anfang Juli mehr als 2090 Palästinenser und 68 Israelis zum Opfer gefallen. Erst am Freitag war ein vierjähriger israelischer Junge von einer Mörsergranate getötet worden. Die Palästinenser meldeten auch am Samstag mindestens fünf Tote.

Der Appell aus Kairo kam nach einem Treffen des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel-Fattah al-Sisi. Am Rande äußerte sich Abbas dort auch zu der Entscheidung der Hamas, den Beitritt zum Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag mitzutragen. Ob der entsprechende Antrag gestellt wird, sei noch nicht entschieden, sagte Abbas.

Der Beitritt zum Strafgerichtshof könnte den Weg für Ermittlungen zu möglichen Kriegsverbrechen im Gaza-Konflikt eröffnen - sowohl gegen die Hamas als auch gegen Israel. Die Regierung in Jerusalem lehnt dies jedoch ab. Weil der Beitritt auch international politisch heikel wäre, hatte Abbas auf Unterstützung aller palästinensischen Organisationen gedrungen.

Seit seit Beginn des Gaza-Kriegs am 8. Juli hat Israel rund 5000 Luftangriffe auf den Küstenstreifen geflogen. Von dort feuerten Palästinenser 3800 Raketen und Mörsergranaten auf Israel ab. Unter den Toten auf palästinensischer Seite sind Hunderte Zivilisten, nach Angaben der Vereinten Nationen und der örtlichen Behörden auch knapp 500 Kinder.

Am Samstag wurden nach Angaben des Roten Halbmonds bei einem israelischen Angriff auf ein Haus in Gaza zwei Frauen, zwei Kinder und ein Mann getötet. Ein weiteres Haus im Viertel Seitsun in Gaza sei ebenfalls getroffen worden. Dabei wurden fünf Menschen verletzt, wie die Polizei ergänzte.

(ap)
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