Schwere Angriffe auf Beirut: Luftangriff: Israelis töten 23 Erntearbeiter
zuletzt aktualisiert: 04.08.2006 - 15:53Beirut (rpo). Bei einem israelischen Luftangriff nahe der libanesischen Grenze zu Syrien sind am Freitag nach offiziellen Angaben mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Vei den Opfern soll es sich um Landarbeiter handeln, die im Niemandsland zwischen dem Libanon und Syrien Gemüse ernteten.
Mindestens 17 Arbeiter seien bei dem Angriff nahe der Ortschaft Al Kaa im Nordosten des Libanons verletzt worden, sagte der Zivilschutzbeamte Ali Jagi. Es werde befürchtet, dass unter den Trümmern des Kühlhauses noch weitere Opfer verschüttet seien. In dem landwirtschaftlichen Betrieb waren rund 60 Arbeiter beschäftigt. Wie viele sich zum Zeitpunkt des Angriffs dort aufhielten, war zunächst nicht bekannt.
Al Kaa liegt nur etwa zehn Kilometer von Hermel entfernt, einer Hochburg der Hisbollah-Miliz, die seit der Zerstörung einer Brücke durch israelische Luftangriffe am Samstag weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten ist.
Am Morgen wurden wichtige Brücken sowie die Büros eines wichtigen Hisbollah-Funktionärs angegriffen. Bomben trafen auch Einrichtungen von wohltätigen Einrichtungen. Israels Ministerpräsident Olmert plädiert indes weiter für deutsche Truppen in der Region.
Drei Schulen, darunter eine für Blinde und Taubstumme, wurden stark beschädigt, wie der Fotograf einer Nachrichtenagentur berichtete. Die Bildungsstätten werden von Verbänden betrieben, die der radikalislamischen Hisbollah nahestehen. Das Bombardement legte zudem ein Gebäude in Schutt und Asche, in dem eine wohltätige Vereinigung mit Verbindungen zu der schiitischen Bewegung Amal ihren Sitz hatte; auch ein Medikamentenlager im Keller wurde zerstört.
In diesem Gebäude wurde ein Wachmann aus dem Sudan verletzt, wie der Fotograf berichtete. Dem Wachmann zufolge waren noch drei Menschen unter den Trümmern verschüttet. Die getroffenen benachbarten Gebäude befinden sich auf einer Straße, die zum internationalen Flughafen von Beirut führt. Laut Polizei griff die israelische Armee in der Nacht rund dreißigmal im Süden der Hauptstadt an, wo die Hisbollah besonders stark ist.
Israel hatte Beirut in der Nacht mit einer Welle von Luftangriffen überzogen. Kampfflugzeuge bombardierten die Metropole in der Nacht und im Morgengrauen, erstmals auch eine Brücke im Norden der Stadt. Im Grenzgebiet zu Israel lieferten sich Armee und Hisbollah heftige Gefechte. Die Hisbollah hatte gedroht, Tel Aviv mit Raketen anzugreifen.
Bei ihren Luftangriffen im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut hat die israelische Luftwaffe auch in wohltätigen Einrichtungen großen Schaden angerichtet. Drei Schulen, darunter eine für Blinde und Taubstumme, wurden stark beschädigt, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Bildungsstätten werden von Verbänden betrieben, die der radikalislamischen Hisbollah nahestehen. Das Bombardement legte zudem ein Gebäude in Schutt und Asche, in dem eine wohltätige Vereinigung mit Verbindungen zu der schiitischen Bewegung Amal ihren Sitz hatte; auch ein Medikamentenlager im Keller wurde zerstört.
Israel hatte bereits am Vortag die Bewohner der Stadtteile zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert. Der Süden Beiruts gilt als Hochburg der radikalislamischen Hisbollah-Miliz. Erstmals griff die Luftwaffe auch Ziele im Norden der libanesischen Hauptstadt an. Nahe dem Hafen Dschunije wurde nach Polizeiangaben eine Brücke bombadiert.
Auch in den südlichen Regionen um Tyrus und Nabatijeh flog die israelische Luftwaffe in der Nacht dutzende Angriffe. In einem Dorf nahe Baalbeck wurde bei einem israelischen Luftangriff nach Polizeiangaben eine junge Frau getötet. Bei Dschuaja starben beim Einschlag einer Rakete zwei Zivilisten in ihrem Auto. Auch Ziele in der östlichen Bekaa-Ebene und im Norden nahe der syrischen Grenze wurden aus der Luft bombadiert.
Olmert wünscht sich deutsche Truppen
Israels Ministerpräsident Olmert sprach sich für den Einsatz deutscher Soldaten im Rahmen einer internationalen Friedenstruppe im Libanon aus. "Ich wünsche mir auch eine Beteiligung deutscher Soldaten", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Er habe dies auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gesagt.
In New York dauerten die Verhandlungen über eine Resolution des UN-Sicherheitsrates an. Sie hoffe auf eine Entschließung in den nächsten Tagen, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice im Fernsehsender CNN. Rice wies die US-Diplomaten nach Angaben ihres Sprechers an, am Wochenende durchzuarbeiten, sollte es bis Freitag keine Einigung geben. Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy äußerte sich im BBC-Fernsehen optimistisch: Er glaube "mehr denn je", dass ein dauerhafter Waffenstillstand in greifbarer Nähe sei. Während die USA erst eine politische Lösung und dann einen Waffenstillstand fordern, will Frankreich eine sofortige Waffenruhe und erst dann eine politische Vereinbarung.
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