Tsvangirai und Mugabe werden sich nicht einig: Machtverteilung in Simbabwe abgebrochen
zuletzt aktualisiert: 18.10.2008 - 08:15Harare (RPO). Die Gespräche zwischen Regierung un Opposition zur Verteilung der Macht in Simbabwe sind ergebnislos abgebrochen worden. Trotz intensiver Verhandlungen mit Präsident Robert Mugabe sei es in den vergangenen vier Tagen nicht gelungen, eine Einigung über die Verteilung der Regierungposten zu erlangen, sagte der bisherige Oppositionsführer Morgan Tsvangirai am Freitag vor Journalisten.
Die beiden Seiten seien "weit davon entfernt" eine gerechte Machteilung zu erreichen. Tsvangirai rief die Afrikanische Union und die Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC) auf, in der Krise zu vermitteln. Die Verhandlungen seien "in eine falsche Richtung" gegangen, sagte Mugabe.
Trotz des anhaltenden Streits um die Vergabe von Regierungsposten hatte Mugabe am Montag bereits seine beiden Stellvertreter vereidigt. Bereits am Samstag verteilte er trotz eines Abkommens mit der bisherigen Opposition über eine Machtteilung eigenmächtig alle Schlüsselressorts in der künftigen Regierung an seine Partei. Mugabes ZANU-PF soll demnach insgesamt 14 Ministerien erhalten, darunter die Ressorts Verteidigung und Inneres. Tsvangirais Bewegung für demokratischen Wandel (MDC) soll hingegen 13 weniger wichtige Ministerien besetzen.
Tsvangirai und Mugabe hatten sich nach monatelangem politischen Chaos Mitte September auf eine Machtteilung geeinigt. Mugabe bleibt demnach Staatschef, muss aber einen Teil seiner Kompetenzen an Tsvangirai abgeben, der Ministerpräsident wird. Bei der Verteilung der noch offenen Kabinettsposten waren die Verhandlungen ins Stocken geraten.
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