Kommunalwahl in Frankreich: Mädchenschwarm Jean Sarkozy startet durch
zuletzt aktualisiert: 10.03.2008 - 11:25Paris (RPO). Er studiert Jura, gilt mit seiner blonden Mähne als Mädchenschwarm und will nun in der Politik voll durchstarten: Jean Sarkozy, Sohn von Frankreichs Präsident, ist bei der Kommunalwahl im Pariser Nobelvorort Neuilly in sein erstes politisches Amt gewählt worden. Offensichtlich hat der 21-Jährige nicht nur die Gesichtszüge und Gestik von seinem Vater geerbt. Auch Sarkozy Senior war 22 Jahre jung, als er die politische Bühne Neuillys betrat. Beobachter sagen dem Schönling eine große Karriere voraus.
Jean Sarkozy war im Pariser Nobelvorort Neuilly als Kandidat der konservativen Regierungspartei UMP angetreten, wo sein Vater Nicholas fast 20 Jahre lang Bürgermeister gewesen war. Der 21-Jährige zog nach amtlichen Angaben mit 52 Prozent der Stimmen in den Rat des Departements Hauts-de-Seine ein. Dabei hatte der Jurastudent vor ein paar Monaten noch versucht, als Schauspieler zu landen.
Die politische Bühen betrat er erst vor wenigen Wochen, als er sich an einem regelrechten Putsch gegen den Bürgermeisterkandidaten der UMP in Neuilly beteiligte. Es handelte sich ausgerechnet um den Sprecher seines Vaters. Kurzzeitig war er darauf selbst als Bürgermeisterkandidat gehandelt worden. Die UMP setzte aber einen anderen Bewerber ein. UMP-Generalsekretär Patrick Devedjian erklärte dazu, Sarkozy junior sei zwar talentiert, aber zu jung. In der Republik würden Ämter durch Verdienst erlangt, durch Arbeit, "aber nicht durch Erbfolge".
Monsieur Guillotine
Dem Schönling mit dem blonden Engelshaar brachte diese Aktion den wenig schmeichelhaften Beinamen "Monsieur Guillotine" ein. Jean dürfte das nicht gestört haben. Schließlich ähnelt er seinem Vater nicht nur in Gestik, Mimik und den Gesichtszügen. So war auch Nicholas Sarkozys erste Amtshandlung nicht gerade nett: Er nutzte innerparteiliche Querelen, um Boden zu gewinnen. Und die nötigen Eigenschaften als Politiker scheint er allemal zu haben: Jean sei schon als kleiner Junge süchtig nach Aufmerksamkeit und Ruhm gewesen, erzählte seine Stiefmutter xund inzwischen Ex-Ehefrau von Nicholas Sarkozy Cécilia laut "Gala" einmal.
Jeans Mutter ist Nicholas Sarkozys erste Frau, die Korsin Marie-Dominique Culioli. Mit ihr hat der französische Präsident noch einen weiteren Sohn Pierre. Der 22-Jährige fischt allerdings in anderen Gefilden: Er ist Musik-Produzent geworden und ließ als solcher erst kürzlich gegen den Papa rappen.
Rückschlag für Nicholas Sarkozy
Insgesamt ist der Abstand zwischen den oppositionellen Parteien der Linken und dem konservativen Lager um die Regierungspartei UMP bei der Kommunalwahl in Frankreich geringer als zunächst gemeldet. Sozialisten und verbündete linke Parteien seien landesweit auf 47 Prozent der Stimmen gekommen, teilte das Innenministerium am Montag in Paris mit. Konservative Listen erreichten 45 Prozent. In Frankreichs Presse wurde der erste Wahlgang am Sonntag zumeist als Warnung für Präsident Nicolas Sarkozy gesehen, aber nicht als katastrophale Niederlage.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum