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"Sollen bloß nicht denken, dass sie das auserwählte Volk sind": Malaysias Premier: Erneut anti-jüdische Äußerungen

zuletzt aktualisiert: 30.10.2003 - 14:40

Kuala Lumpur (rpo). Erst vor wenigen Tagen hatte Mahathir Mohamad mit antijüdische Äußerungen weltweit Kopfschütteln hervorgerufen. Einen Tag vor seinem Rücktritt hat sich der malaysische Ministerpräsident erneut kritisch gegenüber Juden geäußert.

"Sie sollen bloß nicht denken, dass sie das auserwählte Volk sind, das nicht kritisiert werden darf", sagte der 77-Jährige am Donnerstag in Kuala Lumpur. Unlängst hatte der dienstälteste Regierungschef Asiens mit der Äußerung für internationale Empörung gesorgt, die Juden würden "die Welt durch Stellvertreter regieren". Mahathir gibt am Freitag nach 22 Amtsjahren die Geschäfte an seinen bisherigen Stellvertreter, Abdullah Ahmad Badawi (63), ab.

Mahathir zeigte zudem Verständnis für den bewaffneten Widerstand der Palästinenser. "Warum sollten die Palästinenser akzeptieren, aus ihrem eigenen Land gewiesen zu werden? Wenn man jemandem das Land nimmt, kämpft er dafür", sagte der Regierungschef vor Journalisten.  

In seiner Abschiedsrede vor dem Parlament hatte Mahathir zuvor vor zu viel demokratischer Freiheit gewarnt. "Es kann zur Anarchie kommen, wenn es eine Besessenheit mit demokratischen Freiheiten gibt." Der Westen stelle den Einzelnen über die Gemeinschaft. "Manche Länder sind so frei, das alles in ein Recht umgemünzt werden kann."

In seiner Amtszeit trieb Mahathir die Entwicklung und Industrialisierung Malaysias erfolgreich voran, das zuvor größtenteils Rohstoffe exportierte. Zugleich machte er immer wieder mit lautstarker Kritik am Westen Schlagzeilen. Ihm selbst wird vorgeworfen, seine politischen Gegner unnachgiebig zu verfolgen und autoritär zu regieren.


 
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