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Karikaturen-Streit: Malaysischer Premier ruft zu Versöhnung auf

zuletzt aktualisiert: 10.02.2006 - 10:22

Kuala Lumpur (rpo). Malaysias Ministerpräsident Abdullah Ahmad Badawi hat den Westen und die islamische Welt aufgerufen, den Streit um die umstrittenen Mohammed-Karikaturen beizulegen. Ungeachtet aller Appelle wollen am Samstag auch in Düsseldorf und Berlin Muslime demonstrieren. Auch in Asien halten die Proteste an.

In Düsseldorf wollen am Samstag gegen 11 Uhr Muslime gegen die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen demonstrieren. Die Protestaktion sei von einer Einzelperson angemeldet worden, teilte ein Sprecher der Düsseldorfer Polizei mit. Die Behörde rechnet mit rund 1.000 Teilnehmern. Sie wollen vom Hauptbahnhof aus in Richtung des dänischen Honorarkonsulats ziehen. Der Sprecher rechnet mit einem friedlichen Verlauf der Demonstration.

Der malaysische Ministerpräsident Abdullah Ahmad Badawi mahnte zum Auftakt einer hochkarätig besetzten Moslem-Konferenz in Kuala Lumpur die westliche und die islamische Welt zu Versöhnung. "Der Westen sollte den Islam in der Weise behandeln, in der er selbst behandelt werden will und umgekehrt", sagte Abdullah. "Sie sollten einander als gleichwertig akzeptieren." Viele im Westen sähen den Islam "gleichbedeutend mit Gewalt". Moslems würden für "Sympathisanten des Terrorismus" gehalten und mit allem Negativen und Rückwärtsgewandten in Verbindung gebracht.

Proteste in Asien halten an

In mehreren asiatischen Ländern gehen die Proteste unachtet aller Appelle weiter: In der philippinischen Hauptstadt Manila verbrannten einige Hundert Demonstranten eine auf Pappe gemalte dänische Flagge und forderten von Dänemark eine Entschuldigung. Sie kritisierten auch Ministerpräsidentin Gloria Macapal Arroyo, die die Karikaturen bislang nicht verurteilt habe. Die Bevölkerung der Philippinen ist vorwiegend katholisch, im Süden des Landes gibt es aber eine starke muslimische Minderheit. Dort kämpfen Rebellen für die Selbstbestimmung der Muslime.

In Bangladesch und in Malaysia demonstrierten jeweils einige Tausend Muslime gegen die Karikaturen. Zu größeren Ausschreitungen kam es nicht. In Kuala Lumpur zogen Demonstranten vor die dänische Botschaft.

Malaysias Premier Abdullah gab zu bedenken, dass das Vorgehen gegen so genannte "islamische Terroristen" die Lage verschärft habe. Aber auch die "sinnlose Gewalt" von Extremisten habe "die Dinge verschlimmert". Bei der Konferenz beraten hunderte Politiker, Religionsvertreter und Wissenschaftler aus moslemischen Ländern über die Verständigungsprobleme zwischen moslemischen Ländern und dem Westen. Titel der Veranstaltung ist "Wer spricht für den Islam? Wer spricht für den Westen?" Dabei geht es unter anderem um die Darstellung der jeweils anderen Seite in den Medien und die Auswirkungen der Globalisierung auf die moslemische Welt.

Quelle: afp

 
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