| 16.16 Uhr

Manöver "Zapad" in Weißrussland
"Westen verbreitet Mythen über russische Bedrohung"

Manöver "Zapad": Russland weist Vorwürfe zurück
Russische Soldaten bei einer Übung. (Archiv) FOTO: ap, PAG IAS
Moskau. Östliche Nato-Mitglieder fürchten, dass das geplante riesige russische Manöver in Weißrussland einen geplanten Angriff verschleiern könnte. Russland wies diese Vorwürfe nun erneut als haltlos zurück. Aber wie viele Soldaten nehmen wirklich an "Zapad" teil?

"Seit Monaten verbreiten die Medien und die Politik Mythen über eine sogenannte russische Bedrohung", sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Alexander Fomin am Dienstag in Moskau. Der Westen beschreibe unglaubliche Szenarien, etwa eine bevorstehende Invasion in Osteuropa. "Keine dieser paradoxen Versionen entspricht der Realität", sagte der General.

Zweifel an Teilnehmerzahlen

Für Mitte September plant Moskau ein gemeinsames Manöver mit Streitkräften Weißrusslands an der Grenze zu den baltischen EU- und Nato-Mitgliedern. Traditionell heißt das Manöver "Zapad" (Westen). Daran sollen nach Angaben des Ministeriums 12.700 Soldaten teilnehmen. 

Die Zahl liegt damit unter der Schwelle, ab der nach den Regeln der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ausländische Beobachter zugelassen werden müssen.

In der Nato werden vor allem Moskaus Angaben zur Teilnehmerzahl als unglaubwürdig angesehen. Westliche Militärexperten schätzten bei einer Übung vor vier Jahren die tatsächliche Zahl auf mindestens 70.000.

"Offensive Natur"

Besonders die baltischen Staaten sorgen sich um ihre Sicherheit. Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite verwies der Agentur BNS zufolge in Kaunas erneut auf die aus ihrer Sicht "offensive Natur" des Manövers und das "aggressive Verhalten gegen Nato-Länder".

Der lettische Außenminister Edgars Rinkevics warnte zudem vor möglichen Provokationen während des Manövers und bezeichnete es als ein "Element, das zusätzliche Spannung erzeugt".

(csi/dpa)
 
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