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Taliban dementieren Verwundung
Zustand von Taliban-Anführer Mansur nach Schießerei unklar

Kabul. Nach Berichten über eine Schießerei unter Taliban-Kämpfern bleibt der Zustand von Anführer Mullah Achtar Mansur unbekannt. Ein Sprecher des afghanischen Vizepräsidenten Abdul Raschid Dostum bestätigte, dass Mansur bei einem Treffen mit anderen Aufständischen in Pakistan angeschossen worden war. Die Taliban dementierten diese Aussage als Propaganda der afghanischen Regierung.

Der Regierungssprecher sagte, bei einem Streit während des Treffens in Quetta sei es zu einem Feuergefecht gekommen. Sechs Taliban seien ums Leben gekommen, unter anderen auch Mullah Abdullah Sarhadi, den Mansur dort besucht habe. Der Taliban-Führer selbst sei angeblich in ein Krankenhaus gebracht worden. Die pakistanischen Behörden erklärten, sie wüssten nichts von einer Schießerei. Der Taliban-Kommandeur Mullah Ghafar sagte: "Nichts in der Art ist vorgefallen".

Die Spekulationen fallen deshalb auf fruchtbaren Boden, weil seit der Bekanntgabe des Todes des langjährigen afghanischen Taliban-Führers Mullah Omar im Sommer ein Streit um dessen Nachfolge entbrannt ist. Mehrere Taliban-Kommandeure wollten die Wahl Mansurs zum neuen Anführer nicht anerkennen. Es bildete sich eine Splittergruppe, die sich Gefechte mit anderen Taliban lieferte.

Mansur selbst hatte immer wieder behauptet, unter der Talibanführung in Quetta genieße er großes Vertrauen. Außerdem beanspruchte er die jüngsten Erfolge seiner radikalislamischen Gruppe, wie etwa die kurzzeitige Eroberung von Kundus, für sich.

(ap)
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