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Majorin Mariam al-Mansouri leitet Fliegerstaffel in Syrien
35, weiblich und nun Alptraum des IS

Mariam al-Mansouri - Kampfpilotin und Alptraum des IS
Mariam al-Mansouri - Kampfpilotin und Alptraum des IS FOTO: ap
Raqqa. Den zweiten Tag in Folge bombardieren die USA und ihre Verbündeten die Ölfelder des IS. Verantwortlich für das Kommando eines arabischen F16-Geschwaders ist die 35-jährige Majorin Mariam al-Mansouri. Ausgerechnet eine Frau bombardiert die Terroristen. Für die Dschihadisten könnte es keine größere Demütigung geben.

Schon als Teenager soll al-Mansouri davon geträumt haben, einmal im Cockpit eines Kampfjets sitzen zu können. Mit viel Geduld und Beharrlichkeit erreichte sie 2007 ihr Ziel, zehn Jahre habe sie darauf warten müssen, bis ihr die Ausbildung erlaubt wurde, sagte sie CNN. Das vergleichsweise liberale System in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) machte es am Ende doch möglich. Sie war die erste Frau in der Luftwaffe des arabischen Landes.

Mittlerweile hat sie einen steilen Aufstieg hinter sich. Sie bewährte sich, wurde zur Majorin befördert. Die Staffel der F16-Kampfjets, die in dieser Woche zwölf Ölfelder des Islamischen Staates in Syrien mit Bomben eindeckte, flog unter ihrer Führung.

"Sie ist hoch qualifiziert, bestens ausgebildet, eine kampfbereite Pilotin und sie leitete den Einsatz", bestätigte Yousef Al Otaiba, Botschafter des Landes in Washington, gegenüber US-Medien.

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatten die USA mit ihren Verbündeten gezielt die Öl-Raffinerien unter Kontrolle der Islamisten bombardiert, um der Terrorgruppe den Geldhahn zuzudrehen. Insgesamt zwölf Raffinerien in Syrien seien bombardiert worden, teilte das US-Militär mit.

Augenscheinlich nutzt die Militärführung die Nachricht von einer Frau an der Spitze der Fliegerstaffel als PR-Mittel im Kampf gegen den IS. Dass ausgerechnet eine Frau das Bombardement leitete, muss für Dschihadisten unerträglich sein. Denn Frauen spielen in ihrem Weltbild eine untergeordnete Rolle. Bewohnerinnen eroberter Gebiete wurden versklavt und vergewaltigt. Frauen, die sich nicht vollständig verhüllen, müssen mit Peitschenhieben rechnen.

Frauen spielen daher im Kampf gegen den IS eine ganz besondere Rolle. Auch bei den kurdischen Peschmerga greifen immer mehr zu den Waffen, weil sie von den Gräueltaten gegen Frauen gehört haben. Einige der Kämpferinnen glauben, dass die Dschihadisten mehr Angst vor ihnen haben als vor Männern. Wahrscheinlich befürchteten sie, "in die Hölle zu kommen, wenn sie von einer Frau getötet werden", heißt es.

Im Internet kursierte nach den ersten Berichten über al-Mansouris Einsatz spöttische Bilder und Bemerkungen gegenüber IS. "Hallo Isis, Ihr seid von einer Frau bombardiert worden, schönen Tag noch!", heißt es unter anderem bei Twitter. Selbst Heiratsanträge hat die 35-Jährige bereits bekommen.

 

 

Der Kampf von Frauen gegen den Steinzeit-IS ist nach Ansicht von VAE-Botschafter Otaiba ein Kampf der Gesellschaftsmodelle. "Es ist ist wichtig für uns als moderate Araber und moderate Muslime, jetzt aufzustehen und uns gegen den IS als Bedrohung für unser Lebensmodell zur Wehr zu setzen. Es macht keinen Unterschied, ob Männer oder Frauen ihr Land verteidigen", sagt die Kampfpilotin al-Mansouri.

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