Bombenattentat in Ankara: Medien: Sprengstoff weist auf Untergrundorganisation PKK hin
zuletzt aktualisiert: 23.05.2007 - 06:34Ankara (RPO). Mindestens sechs Menschen sind bei dem Bombenanschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara ums Leben gekommen, mindestens 79 weitere wurden verletzt. Bisher hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt. Türkische Medien berichten jedoch, der verwendete Sprengstoff weise auf die kurdische Untergrundorganisation PKK hin.
Die Detonation ereignete sich laut Polizei in den frühen Abendstunden vor einem Einkaufszentrum im belebten Viertel Ulus kurz vor Beginn eines offiziellen Abendessens für 500 Teilnehmer einer internationalen Waffenmesse. Diese sollten in einem nur wenige hundert Meter entfernten Museum empfangen werden. Das türkische Fernsehen zeigte nach der Explosion Bilder von blutenden Menschen, die am Anschlagsort am Boden lagen und von Polizisten und Rettungskräften versorgt wurden.
Unter den Toten befand sich den Angaben zufolge ein Pakistaner. Auch acht der Verletzten waren Pakistaner, sie befanden sich nach Angaben eines Mitarbeiters der pakistanischen Botschaft nicht in Lebensgefahr. Sie gehörten zu einer Delegation, die aus Anlass der Messe nach Ankara gereist war.
Nach Angaben eines Polizisten wurde ein Sprengsatz an einer Bushaltestelle an der Anafartalar-Straße in Ulus platziert. Sprengstoffexperten untersuchten laut Anadolu die Bombe und prüften, ob es sich um einen von einem Selbstmordattentäter ausgeführten Anschlag handelte. Der Fernsehsender NTV berichtete unter Berufung auf Polizeiangaben, bei dem Sprengstoff handele es sich um eine Sorte, die auch häufig von den Rebellen der kurdischen PKK eingesetzt werde.
Auch Staatsanwalt Yasar Büyükanit sagte, er gehe davon aus, dass die Explosion das Werk einer "organisierten terroristischen Organisation" sei. Festnahmen habe es noch keine gegeben. Auch andere Städte des Landes seien in Gefahr, zum Ziel ähnlicher Anschläge zu werden, betonte Büyükanit.
Erdogan kritisierte den Anschlag als "grausamen und mitleidlosen Akt". Er erneuerte seine Forderung nach Einrichtung einer internationalen "Plattform im Kampf gegen den Terrorismus". Die US-Botschaft in Ankara verurteilte in einer Erklärung den Anschlag als "heimtückisches Verbrechen" und sagte der Türkei Zusammenarbeit im Anti-Terror-Kampf zu.
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