Ab 2011: Medwedew will massiv aufrüsten
zuletzt aktualisiert: 17.03.2009 - 14:00Moskau (RPO). Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat eine Aufrüstung der russischen Armee angekündigt. Hauptziel: Die Schlagkraft der russischen Truppen steigern. Ab 2011 soll neben Armee und Marine vor allem das Atomwaffen-Arsenal ausgebaut werden. Medwedew begründete sein Vorgehen unter anderem mit der Erweiterungspolitik der Nato. Eine Reaktion aus Washington steht noch aus.
Vor allem werde es darum gehen, das Atomwaffen-Arsenal zu modernisieren, sagte Medwedew am Dienstag nach einem Treffen mit ranghohen Vertretern des Verteidigungsministeriums. Nur so könne sich das Land drohenden "ernsten Konflikten in bestimmten Regionen" stellen, so der Präsident.
Die Konflikte würden von örtlichen Krisen angeheizt und von den "unaufhörlichen Versuchen der NATO, ihre militärische Infrastruktur in die Nähe der russischen Grenzen zu erweitern". Daher werde von 2011 an die Aufrüstung von Armee und Marine "in großem Umfang" beginnen.
Hauptziel werde es sein, die Schlagkraft der russischen Truppen zu steigern, sagt Medwedew. Diese müssten fähig sein, alle für die Sicherheit Russlands nötigen Aufgaben zu erfüllen. Mit Blick auf den Georgien-Konflikt im vergangenen Sommer sagte Medwedew, die russischen Streitkräfte hätten "gut reagiert".
Die "Schwächen" Russlands
Zugleich jedoch habe der Konflikt auch die "Schwächen" Russlands gezeigt. Schwierigkeiten bei der Lieferung bestimmter Waffengattungen und der Bereitstellung bestimmter Kommunikationsmittel seien "wohlbekannt und erfordern eine sofortige Reaktion".
Die georgische Regierung hatte im vergangenen August eine Offensive gestartet, um die Kontrolle über das abtrünnige Süd-Ossetien wiederzuerlangen. Moskau hatte darauf mit der Entsendung seiner Streitkräfte nach Georgien reagiert.
Obamas Reaktion steht aus
Die Aufrüstungspläne Moskaus dürften in Washington für Irritationen sorgen: Mit Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Barack Obama hatten sich die bilateralen Beziehungen zunächst deutlich entspannt.
Obama hatte angekündigt, die geplante US-Raketenabwehr in Europa auf den Prüfstand zu stellen, was Russland begrüßt hatte. Moskau hatte die unter Obamas Vorgänger George W. Bush entwickelten Pläne für den Abwehrschild stets als Affront aufgefasst.
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