| 02.17 Uhr

Kritik von US-Regierung
Syrische Aktivisten melden Einsatz von Chlorgas in Sarakeb

Beirut. Bei den Kämpfen in Syrien soll erneut Giftgas zum Einsatz gekommen sein. Mehrere Menschen sind zur Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert worden. 

Eine syrische Zivilschutzgruppe hat einen Angriff mit Chlorgas in der Rebellenhochburg Sarakeb gemeldet. Drei Helfer der sogenannten Weißhelme und sechs weitere Menschen hätten Verletztungen durch das Gas erlitten, teilte die Zivilschutzgruppe am Sonntag (Ortszeit) mit. Die syrisch-amerikanische Ärzteorganisation SAMS erklärte, es seien elf Patienten mit Chlorgasvergiftungen in Krankenhäusern in der Provinz Idlib behandelt worden.

Sarakeb liegt rund zehn Kilometer von der Frontlinie, an der sich Rebellen und Truppen der syrischen Regierung bekämpfen. Sarakeb war am Wochenende Ziel heftiger Luftangriffe geworden. Syrische Regierungstruppen und deren Verbündete rücken in der Provinz vor, die überwiegend von Rebellen gehalten wird. Sie nähern sich einer wichtigen Fernstraße, die die Großstädte Damaskus und Aleppo verbindet. Laut UN sind in Idlib seit dem 15. Dezember durch die Regierungsangriffe mehr als 270 000 Menschen vertrieben worden.

Vorwürfe aus Amerika

Ein US-Regierungsvertreter hatte am Donnerstag Assad sowie die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beschuldigt, im Kampf gegen Rebellen "weiterhin Chemiewaffen" einzusetzen. Am Freitag hatte US-Verteidigungsminister Jim Mattis gesagt, bei Angriffen in Syrien sei viele Male Chlorgas zum Einsatz gekommen. Am stärksten beunruhigt zeigte er sich aber über den mutmaßlichen Einsatz des geächteten Giftgases Sarin.

In den vergangenen Jahren gab es Berichte über Dutzende Chemiewaffen-Einsätze in Syrien. Einige von ihnen wurden inzwischen von UN-gestützten Inspekteuren verifiziert und der syrischen Regierung zugeschrieben. Diese bestreitet den Einsatz von Chemiewaffen allerdings rundweg.

(sbl/ap/afp)
 
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