Umfrage: Mehrheit der Europäer gegen Bushs Außenpolitik
zuletzt aktualisiert: 07.09.2005 - 15:34Berlin (rpo). Auch sechs Monate nach seiner Wiederwahl ist US-Präsident George W. Bush den Europäern noch nicht sympathisch geworden. Desssen Charme-Offensive ist ins Leere gelaufen. 72 Prozent der Europäer lehnen laut einer Umfrage Bushs Außenpolitik ab, 59 missbilligen eine globale Führungsrolle der USA.
Die Befragung unter Amerikanern und Europäern im Auftrag des German Marshall Fund wurde am Mittwoch in Berlin veröffentlicht.
Danach hat sich trotz der diplomatischen Offensive der USA die Einstellung vieler Europäer nicht verändert. Die Mehrheit der Amerikaner (50 Prozent) und Europäer (52 Prozent) sind der Ansicht, dass die Beziehungen seit Beginn der zweiten Amtszeit Bushs gleich geblieben sind. Nur jeweils 20 Prozent glauben, die Beziehungen seien besser geworden.
Zugleich spricht sich die Mehrheit der Europäer (55 Prozent) für größere Unabhängigkeit von den USA aus. Die Mehrheit der US-Bürger (54 Prozent) hingegen will in der Außen- und Sicherheitspolitik engere Beziehungen zu Europa. Für die Studie wurden in den USA und zehn europäischen Ländern jeweils etwa 1.000 Teilnehmer befragt.
Insgesamt bleibt das Verhältnis der Europäer zu den USA eher kühl. Auf einer Beliebtheits-Skala von 1 bis 100 liegen die USA bei 50. Allerdings wurde keine Zunahme antiamerikanischer Ressentiments festgestellt.
Bei der Frage nach ihrer größten Sorgen sind sich Europäer und Amerikaner weitgehend einig: Am meisten Angst haben die Menschen vor den Folgen einer Wirtschaftskrise (USA 80 Prozent, Europa 74 Prozent). Unterschiede gibt es bei der Angst vor den Folgen der Klimaerwärmung (USA 64 Prozent, Europa 73 Prozent) und des internationalen Terrorismus (USA 71 Prozent, Europa 53 Prozent). Allerdings wurden in der Studie die Terroranschläge in London und der Wirbelsturm "Katrina" nicht berücksichtigt.
http://www.transatlantictrends.org/
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