kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
       
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Merkel EU Gipfel Panorama 090301 AP
  Foto: AP
Kommentare ()

Ungarn fordert Solidaritätsfonds: Merkel will keine Milliarden für Osteuropa

zuletzt aktualisiert: 01.03.2009 - 15:19

Brüssel (RPO). Es war kein angenehmer Krisengipfel für Angela Merkel. Erst verspätete sich die Kanzlerin wegen einer Flugzeugpanne, dann musste sie die Begehrlichkeiten einiger osteuropäischer EU-Länder zurückweisen. Die hatten angesichts der Finanzkrise und drohender Staatspleiten einen 190 Milliarden Euro schweren Solidaritätsfonds gefordert.

"Ich rate nicht dazu, hier mit Riesenzahlen in die Debatte zu gehen", stellte Merkel am Sonntag am Rande des EU-Sondergipfels in Brüssel klar. Sie reagierte damit auf Forderungen Ungarns, einen Solidaritäts-Fonds in Höhe von bis zu 190 Milliarden Euro einzurichten. Ungarns Regierungschef Ferenc Gyurcsany warnte hingegen mit drastischen Worten vor der Situation in Osteuropa. "Wir dürfen nicht zulassen, dass ein neuer Eiserner Vorhang entsteht und Europa in zwei Teile spaltet", betonte er.

Ländern wie Ungarn werde auch weiterhin von den internationalen und europäischen Finanzinstitutionen geholfen, entgegnet Merkel hingegen. "Aber für alle Mittel- und Osteuropäischen Staaten die gleiche Situation zu konstatieren, das sehe ich nicht." Auch der tschechische EU-Vorsitz und eine Reihe von Mitgliedstaaten lehnen einen Osteuropa-Fonds ab.

Ungarn forderte in Brüssel einen Solidaritätsfonds im Umfang von 160 bis 190 Milliarden Euro. Zur Refinanzierung Osteuropas sind nach ungarischen Angaben in diesem Jahr 300 Milliarden Euro nötig. Das entspricht 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Region. Die Weltbank fordert einen Soli-Fonds im Umfang von 120 Milliarden Dollar (rund 95 Milliarden Euro).

Furcht vor Staatsbankrott

Hintergrund ist die Furcht vor einem Staatsbankrott. Neben Ungarn musste zuletzt auch Lettland Milliardenhilfen vom Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank und der EU in Anspruch nehmen. Im Falle Ungarns beliefen sich die Hilfen auf 20 Milliarden Euro, bei Lettland auf 7,5 Milliarden Euro. Dennoch ist eine Staatspleite Lettlands noch nicht abgewendet, wie der designierte Ministerpräsident Valdis Dombrovskis einräumte.

Bedrohlich ist die Lage auch in Nicht-EU-Ländern wie Serbien und der Ukraine. Die Rating-Agentur Standard & Poor's stufte die Kreditwürdigkeit der Ukraine erst am Mittwoch auf den Status einer Ramschanleihe herab.

Geht ein Staat oder eine Großbank in Osteuropa pleite, könnte dies eine Kettenreaktion in der Eurozone nach sich ziehen. Europäische Banken haben schätzungsweise 1,6 Billionen Euro in Osteuropa investiert. Alleine auf Österreich entfällt ein Kreditvolumen von rund 230 Milliarden Euro, das entspricht knapp 70 Prozent des BIP. Die Forderungen deutscher Banken gegenüber Osteuropa beliefen sich Ende September auf rund 220 Milliarden Dollar (gut 170 Milliarden Euro).

Skepsis in der EU

Mit ihrer skeptischen haltung gegenüber die ungarischen Vorschlägen stand Merkel nicht allein. Der tschechische EU-Vorsitz lehnte ein Sonderprogramm für Osteuropa ebenfalls ab. Zurückhaltend zeigten sich in Brüssel auch Estland, Schweden, Österreich und Luxemburg.

"Es gibt keine Spezialkategorie Osteuropa", sagte Tschechiens Regierungschef Mirek Topolanek dagegen nach einem Treffen mit osteuropäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel, das dem Sondergipfel vorausging. "Ich werde einen integrierten Ansatz der Europäischen Union unterstützen, jedem Land zu helfen, nicht speziell Osteuropa."

Der Präsident der Eurogruppe, Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker, sagte, die Probleme der Ost- und Mitteleuropäer müssten diskutiert werden. Von der Art der Hilfe hänge es dann ab, wer die Hilfe leisten werde. Es sei "nicht sofort so, dass der deutsche Steuerzahler in die Pflicht gebracht wird."

Zurückhaltend zeigte sich Juncker auch gegenüber Forderungen Ungarns und Polens nach einem beschleunigten Beitritt zum Euro. "Wir können die Beitrittskriterien für die Eurozone nicht über Nacht ändern", sagte er.

Quelle: AFP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
"Ernstes Risiko für nationale Sicherheit"

Briten empört über Freilassung von Hassprediger

"Ernstes Risiko für nationale Sicherheit"

Der Hassprediger Abu Qatada wird voraussichtlich am Montag das Hochsicherheitsgefängnis Long Lartin in Worcestershire verlassen. mehr 

Rumänien

Ex-Geheimdienstchef übernimmt Regierung

Ungeachtet innenpolitischer Proteste ist der bisherige rumänische Auslandsgeheimdienst-Chef ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Briten empört über Freilassung von Hassprediger

"Ernstes Risiko für nationale Sicherheit"

Schauspielerin will für Grüne kandidieren

Roseanne will im US-Wahlkampf mitmischen

Grünes Licht aus Athen

Griechen einigen sich auf Sparpaket

Videos

Ringerin aus Krefeld trainiert für Olympiaqualifikation

Aline Focken ist 20 Jahre alt und träumt von Olympia. Die Krefelderin hat die Chance sich für die olympischen Spiele 2012 in ... mehr 

Deutscher gewinnt New Yorker Treppenlauf

Der 27-jährige Thomas Dold aus Baden-Württemberg war beim berühmten Treppenlauf des Empire State Building zum siebten Mal in Folge der ... mehr 

In Großbritannien streiten Parteien über die Freilassung des Hasspredigers Abu Qatada.

Briten empört über Freilassung von Hassprediger

"Ernstes Risiko für nationale Sicherheit"

Der Tory-Hinterbänkler Jason McCartney will 50 Pfund aus eigener Tasche bezahlen, wenn seine Regierung den „gefährlichen Terroristen“ abschiebt. Andere Parlamentarier versprechen der Innenministerin Theresa May den Titel „Nationalheldin“, wenn sie ... Von ALEXEI MAKARTSEV   mehr 

 

Schauspielerin will für Grüne kandidieren

Roseanne will im US-Wahlkampf mitmischen

 

Danny Dayem filmt aus der Protesthochburg

Syrischer Blogger zeigt die Schrecken von Homs

 

UN erwägt Beobachtermission

Assad lässt weiter töten

 

Asma al Assad - Syriens Präsidentengattin

Die Schöne an der Seite des Diktators

 

Unruhen auf den Malediven

Gewalt und Randale nach Regierungswechsel

Top-Services