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Fehltritt beim G-20-Gipfel: Michelle Obama und die Queen-Panne

zuletzt aktualisiert: 03.04.2009 - 10:36

London (RP/RPO). Die Obamas bringen frischen Wind in die Welt. Das gilt auch für den Buckingham Palace. Am Mittwochabend leistete sich Michelle Obama jedoch einen mittelschweren Fauxpas. Sie umarmte die Queen. Und das macht man nicht – laut Protokoll.

Für einen Besuch bei einer Königin gibt es strenge Regeln. Eine besagt: Mit Ausnahme des Händeschüttelns bei der Begrüßung ist von der Monarchin gebührender Abstand zu halten. Unaufgefordertes Anfassen ist streng verboten. So steht es zumindest im Protokoll.

Michelle Obama wusste dies wohl nicht – oder es war ihr egal. Am Ende des Empfangs legte sie der Queen nämlich den Arm über die Schulter. Unter Normalos eine freundschaftliche und vertraute Geste. Bei der Königin ein Verstoß gegen das Protokoll.

Und die Queen? Elizabeth II. soll kurz zusammengezuckt sein, aber dann schien der 82-Jährigen dieser Fauxpas herzlich egal zu sein. Kurzerhand legt sie ihre Hand auf den Rücken der First Lady und plauderte einfach weiter. Das bewerten Beobachter als ungewöhnlichen öffentlichen Sympathiebeweis.

Ein Palast-Sprecher sagte dazu, er könne sich nicht an das letzte Mal erinnern, dass die Königin so offen ihre Zuneigung für einen Staatsgast gezeigt habe. "Es war eine gegenseitige und spontane Sympathiebekundung", betonte der Sprecher. Er erklärte auch, dass solche Berührungen nicht direkt verboten sind: "Wir geben keine Anweisungen heraus, die Queen nicht anzufassen."

Leicht pikiert kommentierte die "Times" die Begebenheit. Die Zeitung brachte das Foto von der Queen-Umarmung auf der Titelseite und schrieb dazu, seit das US-Präsidentenpaar in der Stadt sei, gebe es offenbar kein Protokoll mehr. Positiv kommentierte das Traditionsblatt aber, dass die Obamas von Anfang an "sehr entspannt" gewesen seien.

Anderen Politikern erging es nicht so gut, als sie der Queen zu nahe kamen. Als 1992 der australische Premier Paul Keating die Königin umarmte, da verspotteten die britischen Boulevardmedien ihn in Anspielung auf das Kinderbuch "Wizard of Oz" ("Der Zauberer von Oz") als "Lizard of Oz" ("Eidechse von Oz").


 
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