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US-Präsidentschaftsbewerber
Mike Huckabee empört mit Holocaust-Vergleich

Fotos: Mike Huckabee – US-Präsidentschafts-Kandidat 2016
Fotos: Mike Huckabee – US-Präsidentschafts-Kandidat 2016 FOTO: afp, jr/aek
Washington. Mit einer Anspielung auf die Judenvernichtung im Dritten Reich hat der US-Präsidentschaftsbewerber Mike Huckabee für Empörung gesorgt. In einem Interview mit der konservativen Website Breitbart warf der Republikaner US-Präsident Barack Obama vor, durch das Atomabkommen mit dem Iran die Israelis zur "Ofentür" der Krematorien zu führen.

Obamas Außenpolitik sei die "unverantwortlichste" in der Geschichte der USA, sagte Huckabee. Indem er so naiv sei und den Iranern glaube, "nimmt er die Israelis und führt sie zur Tür der Öfen".

Während das Weiße Haus zunächst nicht reagierte, forderte die Vorsitzende der Demokraten, Debbie Wasserman Schultz, eine Entschuldigung von Huckabee. Diese Rhetorik sei zwar im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner gang und gäbe, habe aber in der "amerikanischen Politik keinen Platz", erklärte sie. "Leichtfertige Vergleiche mit dem Holocaust sind nicht akzeptabel." Huckabee müsse sich bei der "jüdischen Gemeinschaft und dem amerikanischen Volk" entschuldigen.

Die Gruppe der fünf UN-Vetomächte und Deutschland hatten sich Mitte Juli mit dem Iran auf ein langfristiges Abkommen zum iranischen Atomprogramm geeinigt. In dem Abkommen verpflichtet sich Teheran zu weitreichenden Einschnitten bei der Urananreicherung und umfassenden internationalen Kontrollen. Im Gegenzug sollen die in dem Streit verhängten Handels- und Finanzsanktionen schrittweise aufgehoben werden. Israel lehnt das Abkommen ab, weil es Teheran nicht dauerhaft die Möglichkeiten zur Entwicklung von Atomwaffen nehme.

Fotos: Das sind die Präsidentschaftskandidaten FOTO: dpa, lws hm ase
(AFP)