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Krise in Birma: Militär schießt erneut auf Demonstranten

zuletzt aktualisiert: 28.09.2007 - 12:46

Rangun (RPO). Die Militärjunta in Birma hat erneut auf Demonstranten geschossen. CNN und der arabische Sender El Dschasira berichten, dass Militärs auch am Freitag das Feuer eröffneten. Die Bevölkerung sei aufgefordert worden, ab Mittag aus Sicherheitsgründen in ihren Wohnungen zu bleiben. Die beiden Exilmedien "Mizzima News" und "The Irrawaddy" berichten auf ihren Webseiten von einem massiven Truppenaufgebot in Rangun.

Bereits am Freitagmorgen waren laut "Irrawaddy" am Rathaus zehn Feuerwehrfahrzeuge aufgefahren. Am Bandoola Park stünden zwölf leere Armeelaster in Bereitschaft. Laut "Mizzima" starteten Maschinen der birmanischen Luftwaffe von ihren Heimatbasen aus mit unbekanntem Ziel. In der Nacht zum Freitag seien bei Razzien in Rangun bereits Hunderte - zumeist männliche Jugendliche - festgenommen worden. Zudem habe das Militär fast alle Telefon- und Mobiltelefonverbindungen blockiert. Auch das Internet sei weitgehend lahmgelegt. "Der Nachrichtenfluss aus Birma wird immer dünner", so "Mizzima"-Chefredakteur Soe Myint.

An der Demonstration am Freitag nehmen laut Berichten bisher mehr als 1000 Menschen teil. Unter den Demonstranten sind nach Meldungen von "Mizzima" und "Irrawaddy" keine Mönche. Das Militär habe die Klöster in Rangun abgeriegelt. Viele wagten sich auch aus Furcht vor der Gewalt des Militärs nicht mehr auf die Straße. Nach offiziellen Angaben wurden bislang neun Menschen erschossen.

Mönche in den Klöstern abgeschottet

Wichtige Kreuzungen in der Nähe von Klöstern in Rangun und Mandalay wurden mit Stacheldraht abgeriegelt. Die Mönche in den betroffenen Einrichtungen würden als Rädelsführer bei den seit rund zwei Wochen anhaltenden Protestkundgebungen betrachtet, hieß es am Freitag aus diplomatischen Kreisen in Rangun.

Demnach ließ die birmanische Regierung verlauten, dass sie die Mönche jetzt unter ihrer Kontrolle habe und sich nun den Zivilpersonen unter den Demonstranten zuwenden werde. Augenzeugen zufolge riegelte die Polizei am Freitag ein ganzes Stadtviertel in Rangun ab, nachdem sich dort wieder hunderte Demonstranten versammelt hatten. Eine kleinere Versammlung von rund 300 Protestierenden wurde schnell aufgelöst.

Zehn Menschen kamen ums Leben

Die Sicherheitskräfte sind in den vergangenen Tagen wiederholt mit Gewalt gegen die Protestierenden vorgegangen. Am Mittwoch und Donnerstag kamen nach Regierungsangaben insgesamt mindestens zehn Menschen ums Leben, darunter auch ein japanischer Fotojournalist.

Hunderte Personen wurden festgenommen. Beobachter rechneten für die kommenden Tagen mit noch schärferen Konfrontationen, falls es die Einsatzkräfte gezielt auf Zivilpersonen absehen sollten. Das hohe Ansehen der buddhistischen Mönche in Birma habe bislang noch für weitgehende Zurückhaltung gesorgt.

Nach dem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten verhängten die USA unterdessen neue Wirtschaftssanktionen gegen das Militärregime. Nach Angaben des Finanzministeriums sollen die Guthaben von 14 birmanischen Regierungsvertretern eingefroren werden. Die Südostasiatische Staatengemeinschaft (ASEAN) forderte die birmanische Regierung auf, sich um eine politische Lösung der gegenwärtigen Krise zu bemühen. Man sei absolut empört über das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte, erklärten die ASEAN-Außenminister nach einem Treffen am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Birma gehört selbst zur ASEAN.

UN-Sondergesandte soll vermitteln

Unterdessen brach der UN-Sondergesandte Ibrahim Gambari nach Südostasien auf. Nach UN-Angaben versicherte der birmanische Außenminister Nyan Win, dass Gambari als Gast in Rangun willkommen sei. Aus westlichen Diplomatenkreisen verlautete, Gambari könne am Samstag in Birma eintreffen.

Der neue japanische Ministerpräsident Yasuo Fukuda und der chinesische Präsident Hu Jintao vereinbarten am Freitag, bei den Bemühungen zur Lösung der Krise in Birma zusammenzuarbeiten. Die Lage in dem Land sei eines der Themen in einem 15-minütigen Telefonat beider Politiker gewesen, sagte Fukuda.

Vor der birmanischen Botschaft in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur demonstrierten am Freitag rund 2.000 Einwanderer aus dem Land friedlich für demokratische Verhältnisse. Zugleich bekundeten sie ihre Unterstützung für die demonstrierenden Mönche und deren Sympathisanten. Kleinere Kundgebungen fanden in Thailand und Indonesien statt.

Quelle: ap

 
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