Blutige Proteste in Myanmar: Militär schießt in die Menge - mehrere Tote
zuletzt aktualisiert: 26.09.2007 - 14:48Rangun (RPO). In Myanmar droht ein Blutbad. Bei den Demonstrationen geht die Militärjunta nun auch mit brutaler Waffengewalt gegen die bislang friedlichen Demonstranten vor. Fünf buddhistische Mönche und eine Nonne sind Berichten aus Rangun zufolge tot. Jetzt schaltet sich der UN-Sicherheitsrat ein.
Das UN-Gremium befasst sich noch am Mittwoch mit dem gewaltsamen Vorgehen der Militärregierung. Dies teilte der französische Außenminister Bernard Kouchner am Mittwoch in New York mit.
Die Lage in Myanmar ist unübersichtlich. Laut einem bericht der birmanische Exilzeitung "The Irrawaddy" im Internet kamen zwei Mönche ums Leben, als Sicherheitskräften nahe der Sule Pagode in Rangun in die Menge schossen. Drei weitere Mönche seien nach noch unbestätigten Berichten bei einem gewaltsamen Einsatz der Sicherheitskräfte in einem anderen Stadtteil Ranguns ums Leben gekommen.
Unter Berufung auf Augenzeugen schreibt "Irrawaddy", die Soldaten feuerten weiter auf die Demonstranten. Ein französischer Diplomat bestätige der Nachrichtenagentur AFP den Gewalteinsatz. Erst seien Warnschüsse abgefeuert worden. Dann habe das Militär begonnen, gezielt auf die Demonstranten zu schießen.
Sicher scheint mittlerweile, dass beim Vorgehen der Einsatzkräfte mehrere Menschen getötet wurden. Mitarbeiter von Behörden der Militärregierung, die nicht namentlich genannt werden wollten, teilte mit, mindestens drei Mönche seien bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten getötet worden. Ein Krankenhausmitarbeiter sprach von mindestens einem Toten und drei Verletzten. Bei keinem der Opfer handelte es sich seinen Angaben zufolge um einen Mönch.
Augenzeugen hatten zuvor berichtet, mindestens 17 Mönche seien verletzt worden, als die Polizei gewaltsam gegen die Demonstranten vorging. Nach sechs Stunden lösten sich die Demonstration am Abend (Ortszeit) auf. Dutzende Menschen waren zuvor laut Augenzeugen festgenommen worden.
Verhaftungen von Demonstranten
Am Vormittag waren nach Medienberichten bereits mindestens 100 Demonstranten in Rangun verhaftet und abtransportiert worden, darunter Mitglieder der Oppositionspartei "Nationale Liga für Demokratie" (NLD) sowie Künstler und Schauspieler. Die Friedensnobelpreisträgerin und NLD-Vorsitzende Aung San Suu Kyi sei in ein Gefängnis gebracht worden.
Die Straßen zu den beiden zentralen Pagoden Shwedagon und Sule im Zentrum von Rangun sind laut "Irrawaddy" mit Barrikaden und Stacheldraht abgesperrt. Ein Sprecher der "Alliance of All Burma Buddhist Monks" sagte dem Blatt: "Wir haben bereits entschieden, unser Leben für das Volk aufs Spiel zu setzen.
Zehntausende Menschen hatten sich am Morgen trotz eines Versammlungsverbots der Militärregierung erneut in Rangun versammelt und für Demokratie demonstriert. Die seit mehr als einer Woche andauernden Proteste, die von buddhistischen Mönchen angeführt werden, waren bisher friedlich verlaufen.
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