Ägypten: Militärpolizei verprügelt Demonstranten
zuletzt aktualisiert: 26.02.2011 - 11:27Kairo (RPO). Auch nach dem Sturz von Hosni Mubaraks kommt Ägypten nicht zur Ruhe: Die Militärregierung geht offenbar hart gegen Demonstranten vor, die rasche demokratische Reformen fordern.
In der Nacht zum Samstag wurden Dutzende Demonstranten verprügelt, die vor einem Regierungsgebäude in der Nähe des Tahrir-Platzes ausharrten, wie ein Augenzeuge berichtete. Mindestens vier Menschen seien festgenommen worden, sagte der Aktivist Schadi Ghasali.
Der Oberste Rat der Streitkräfte entschuldigte sich am Samstag für das Vorgehen. Dies sei "nicht vorsätzlich" geschehen. In einer Erklärung sicherte der Rat zu, dass derartige Konfrontationen künftig nicht mehr vorkämen.
Die Protestbewegung fordert zwei Wochen nach dem Sturz von Husni Mubarak unter anderem die Entlassung des noch vom Staatschef eingesetzten Ministerpräsidenten Ahmed Schafik, die Freilassung politischer Häftlinge und die Rücknahme von Notstandsgesetzen. Zehntausende hatten sich am Freitag auf dem Tahrir-Platz versammelt, um den Druck auf die Regierung aufrecht zu erhalten. Etwa 150 von ihnen wollten die Nacht vor einem Regierungsgebäude verbringen.
Nach Mitternacht, als ein Ausgehverbot in Kraft trat, habe die Militärpolizei eingegriffen, sagte Ghasali. Mehrere Demonstranten hätten Widerstand geleistet, ein Mann habe im Gesicht geblutet. Die Festgenommenen wurden demnach in ein Gefängnis gebracht, in dem Dutzende offenbar am Freitag aufgegriffene Demonstranten festgehalten wurden. Einige hätten Blutergüsse und weitere Zeichen von Misshandlung aufgewiesen.
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