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Neue Dokumente aufgetaucht
Militärputsch in Brasilien: USA waren zur vollen Unterstützung bereit

São Paulo (rpo). 1964 kam es in Brasilien zu einem Militärputsch, der eine Diktatur installierte, die erst 21 Jahre später wieder abgesetzt wurde. Jetzt hat eine unabhängige Forschergruppe herausgefunden, dass die damalige US-Regierung unter Präsident Lyndon B. Johnson bereit war, diesen Putsch mit allen Kräften zu unterstützen.

Entsprechende Dokumente veröffentlichte das National Security Archive mit Sitz in Washington am Mittwoch zum 40. Jahrestag des Putsches.

In einer der Akten weist Johnson Berater an, alles zu tun und zu allem Nötigen bereit zu sein, um den Erfolg des Staatsstreichs sicherzustellen. Mit dem Putsch wurde der linksgerichtete Präsident João Goulart abgesetzt. Nach 21 Jahren Militärdiktatur kehrte das Land 1985 zur Demokratie zurück.

Einige der Dokumente seien erst vor fünf Wochen aus der Geheimhaltung gefallen, erklärte Peter Kornbluh, einer der Forscher des Archivs. Sie zeigten, wie Johnson den US-Sicherheitsbehörden grünes Licht gegeben habe sicherzustellen, dass der Coup ein Erfolg werde.

Zu den Unterlagen zählt ein Telegramm des damaligen US-Botschafters in Brasilien, Lincoln Gordon, in dem dieser in den Tagen vor dem Staatsstreich um eine "heimliche Waffenlieferung" für die Putschisten bat.

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