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Nach Angriffen im Gazastreifen: Militante Hamas-Kämpfer feuern Raketen auf Israel

zuletzt aktualisiert: 10.06.2006 - 09:26

Gaza (rpo). Der militante Flügel der Hamas hat nach eigenen Angaben sieben Raketen auf Israel abgeschossen. Damit wurde die Waffenruhe nach anderthalb Jahren gebrochen. Hintergrund der Eskalation sind ein gezielter Angriff der israelischen Armee auf den palästinensischen Sicherheitschef und ein tödlicher Anschlag auf ein Familienfest.

Als Reaktion auf die israelischen Angriffe vom Freitag seien sieben Raketen auf Israel geschossen worden, darunter eine auf die südisraelische Stasdt Aschkelon, erklärten die Essedin-El-Kassam-Brigaden am Samstag in Gaza.

"Das Beben in den zionistischen Städten wird wieder beginnen", hieß es in einem Flugblatt, das die militante Gruppe am Freitag auf einer Kundgebung in Gaza verteilte. "Die Widerstandsgruppen werden den richtigen Ort und Zeitpunkt für die harte, starke und beispiellose Antwort wählen."

Mit einem gezielten Luftangriff töteten die israelischen Streitkräfte am Donnerstagabend den Sicherheitschef der Hamas-Regierung. Dschamal Abu Samhadana ist der ranghöchste palästinensische Extremist seit vier Jahren, der durch einen israelischen Angriff ums Leben kam. Weitere Luft- und Artillerieangriffe im Gazastreifen kosteten am Freitag mindestens zehn Palästinenser das Leben. Darunter waren sieben Mitglieder einer Familie, die an einem Strand zu einem Picknick zusammengekommen war.

Viele Verletzte

Die Picknick-Gesellschaft wurde von israelischen Artilleriegeschossen getroffen. Unter den Toten waren nach palästinensischen Angaben drei Kinder, zwei davon jünger als zwei Jahre. Mehr als 30 Personen seien verletzt worden. Ein Zelt wurde zerstört, am Strand lagen Leichenteile umher. Die Menschen liefen nach dem Beschuss schreiend davon.

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas sprach von einem "blutigen Massaker". Er rief die internationale Staatengemeinschaft auf, der israelischen Offensive Einhalt zu gebieten. Der israelische Generalstabschef Generalleutnant Dan Halutz befahl einen Stopp des Artilleriefeuers und kündigte eine Untersuchung an. Ein Militärsprecher äußerte sein Bedauern über den Tod unschuldiger Zivilpersonen. Israel habe ärztliche Hilfe angeboten, sagte Hauptmann Jacob Dallal.

Bei zwei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen wurden außerdem drei militante Palästinenser getötet und ein vierter verletzt. Die Männer, Mitglieder des Volkswiderstandskomitees (PRC), hatten nach Militärangaben zuvor Raketen nach Israel abgefeuert.

Zehntausende bei Trauerfeier

Abu Samhadana war am Donnerstagabend bei einem Luftangriff auf ein Ausbildungslager der PRC getötet worden. An der Trauerfeier nahmen am Freitag zehntausende Palästinenser teil. Der 43-Jährige war Führer des PRC und zuletzt auch Sicherheitschef der Hamas-Regierung. Er stand auf Platz zwei der von Israel gesuchten palästinensischen Extremisten und galt als Drahtzieher zahlreicher Raketenangriffe. Die in dem Lager versammelten Extremisten hätten einen groß angelegten Angriff auf Israel geplant, erklärten die israelischen Sicherheitskräfte.

Der palästinensische Ministerpräsident Ismail Hanija forderte Präsident Abbas unterdessen auf, auf ein geplantes Referendum zur faktischen Anerkennung Israels zu verzichten. In einem Brief an Abbas schrieb Hanija, eine solche Abstimmung werde das palästinensische Volk spalten, außerdem könnten tausende Flüchtlinge nicht daran teilnehmen. Abbas will nach Angaben von Beratern am Samstag den 31. Juli als Termin für das Referendum bekannt geben.

Quelle: ap

 
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