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Manager halten die Hand auf: Milliarden für Banker erzürnen Obama

VON NILS DIETRICH - zuletzt aktualisiert: 30.01.2009 - 07:46

Washington/Düsseldorf (RPO). Die Wirtschaftskrise wütet in den USA, Banken müssen vom Staat gestützt werden, die Arbeitslosigkeit steigt rapide. Doch die Top-Banker üben sich nicht in Zurückhaltung: Sie genehmigten sich im letzten Jahr Boni in Höhe von 18 Milliarden US-Dollar. Bei dieser Summe platzte US-Präsident Barack Obama der Kragen. Dieses Verhalten sei "beschämend".  

Die Wirtschaftskrise hat die Vereinigten Staaten voll erfasst. Das Land befindet sich in einer Rezession, allein in der letzten Woche kündigten US-Unternehmen den Abbau von über 65.000 Stellen ab. In einer solchen Situation lässt ein Bericht der "New York Times" aufhorchen. Trotz der desaströsen Wirtschaftsentwicklung, die ihren Ursprung im Finanzsektor hat, haben sich die Bankenmanager einen tiefen Schluck aus der Pulle gegönnt: Die Nachricht über Sonderzahlungen in Höhe von 18 Milliarden Dollar (14,2 Milliarden Euro) sorgte für einen Sturm der Empörung.  

Dieser erfasste auch Obama: Dies sei "beschämend" angesichts der wirtschaftlichen Härten für die Mehrheit der US-Bevölkerung. Alle Zahlungen seien erfolgt, während die Banken zeitgleich den Staat und damit den Steuerzahler um Milliardenhilfen angefleht hätten, erinnerte ein sichtlich erregter Obama am Donnerstag in Washington. "Das ist der Gipfel der Verantwortungslosigkeit."

Die Wall Street müsse endlich beweisen, dass sie Verantwortungsbewusstsein habe, forderte er. Er werde gemeinsam mit Finanzminister Timothy Geithner das direkte Gespräch mit den Bankern suchen, um diesen Standpunkt zu verdeutlichen. Er sei nicht gegen Profite und Boni zur rechten Zeit, aber jetzt sei dies "nicht der richtige Zeitpunkt", betonte Obama.

Druck für die Wall Street

Der Bericht könnte für die Unternehmen Konsequenzen haben. Im Weißen Haus gibt es angeblich Überlegungen, die Zahlungen an die Bankenmanager gesetzlich zu beschränken. Dies soll zumindest bei Geldinstituten passieren, die Hilfen aus dem 700 Milliarden-Dollar-Fonds der Regierung erhalten haben. 

Eine kleine Randgeschichte verdeutlicht, wie weit das Umdenken in den Fürhungsetagen der US-Finanzwirtschaft vorangeschritten ist. Die in Problemen befindliche Citigroup, die 45 Milliarden Dollar Staatshilfen in Anspruch genommen hat, wollte sich trotz Krise einen neuen Jet vom Typ Dassault Falcon 7X für 50 Millionen Dollar gönnen.

Ein Senator aus Michigan lief Sturm gegen den Luxus-Vogel: "Der Citigroup den Kauf eines Nobelflugzeugs – und dann auch noch ein ausländisches Fabrikat – zu erlauben, während die US-Autobauer ihre Jets verkaufen müssen, ist lächerlich und scheinheilig." Die Banker lenkten schließlich - auch unter dem Druck der Obama-Administration - ein und stornierten den Auftrag. Allein das kostet die Bank nun mehrere Millionen Dollar Strafe.


 
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