Unter den Opfern sind fünf Kinder: Mindestens 17 Tote nach schwerem Anschlag in Riad
zuletzt aktualisiert: 10.11.2003 - 07:18Riad/Kairo (rpo). Die Zahl der Opfer ist nach dem schweren Anschlag auf eine Ausländerwohnsiedlung in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad auf mittlerweile 17 gestiegen. Unter dem völlig zerstörten Wohnblock sind sechs weitere Leichen entdeckt worden.
Zu den Getöteten zählen fünf Kinder. 122 Menschen wurden verletzt. In einem Telefonat mit Kronprinz Abdullah Ibn Abdelasis verurteilte US-Präsident George W. Bush den Anschlag und sagte Saudi-Arabien die Unterstützung der USA im Kampf gegen den Terror zu. Die saudischen Behörden machen das Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden für den Anschlag verantwortlich.
"Wir verurteilen diesen Terrorakt aufs Schärfste, der Unschuldige getötet und andere verwundet hat", sagte Bush. Washington sei solidarisch mit dem Königreich und werde ihm helfen, "den Terrorismus auszurotten". Der Kronprinz versicherte Bush, dass das Herrscherhaus entschlossen sei, "die Terroristen zu eliminieren".
Bei den Todesopfern des Anschlags handelt es sich um Araber verschiedener Nationalitäten. Bislang seien die Leichen von sieben Libanesen, vier Ägyptern, einem Saudi und einem Sudanesen identifiziert worden, hieß es aus dem Innenministerium. Unter den Verletzten, deren Zahl mit 122 angegeben wurde, seien auch vier Amerikaner arabischer Herkunft.
US-Botschaft war geschlossen
In der Nacht zum Sonntag hatten mehrere Attentäter die bewachte Wohnanlage El Muhajja im Westen der saudischen Hauptstadt mit Maschinenpistolen und Granaten angegriffen. Anschließend brachten sie mitten in der Anlage eine Autobombe zur Explosion. Erst im Mai hatten Selbstmordattentäter in Riad drei Ausländer-Wohnsiedlungen angegriffen und dabei 35 Menschen getötet.
Kurz vor den Anschlägen in der Nacht zum Sonntag hatte das US- Außenministerium wegen aktueller Terrordrohungen die Botschaft in Riad und das Konsulat vorübergehend geschlossen. Direkt nach dem Anschlag wurden alle in Riad lebenden Amerikaner aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Botschaftsangestellte und ihre Angehörigen sollten im Diplomatenviertel bleiben, hieß es auf der Internet-Seite der US-Vertretung.
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