Terror in Pakistan: Mindestens 38 Tote bei Bombenanschlägen
zuletzt aktualisiert: 15.10.2009 - 15:10Peshawar (RPO). Im Nordwesten Pakistans hat es am Donnerstag nahe einer Polizeistation einen Selbstmordanschlag gegeben. Dabei sind mehrere Menschen getötet oder verletzt worden. In der Stadt Lahore gab es zudem mehrere Angriffe von bewaffneten Attentätern.
Mit einer Serie von Bombenanschlägen haben islamische Extremisten die angespannte Lage in Pakistan weiter verschärft. Mindestens 38 Menschen wurden in mehreren Provinzen getötet. Die zunehmende Gewalt steht offenbar in Zusammenhang mit einer Ankündigung der Regierung, nach der Offensive im Swat-Tal nun auch weiter die weiter südlich in Waziristan gelegenen Hochburgen der Extremisten anzugreifen.
In der ostpakistanischen Stadt Lahore überfielen Bewaffnete in mehreren Gruppen Einrichtungen von Justiz und Polizei. Ziel waren die Bundesbehörde für Ermittlungen, eine Polizeischule am Rand von Lahore und das Ausbildungszentrums einer Eliteeinheit der Polizei. Experten warnten schon lange, dass die pakistanischen Taliban und Mitglieder des Terrornetzwerks Al Kaida ihre Aktionen vom Grenzgebiet zu Afghanistan verstärkt in die Provinz Punjab mit der Großstadt Lahore verlegen könnten. Punjab ist die bevölkerungsreichste Provinz des Landes.
Die Serie von Anschlägen dauerte aber auch im Nordwesten weiter an. Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeiwache in der Region Saddar kamen elf Menschen ums Leben. In Peshawar wurden fünf Menschen verletzt, als eine Bombe in der Nähe einer Schule explodierte.
Staatspräsident Asif Ali Sardari sagte, das seit elf Tagen andauernde Blutvergießen werde die Regierung nicht von ihrer Aufgabe abhalten, die gewaltsamen Extremisten auszulöschen. Innenminister Rehman Malik sagte: "Der Feind hat einen Guerillakrieg begonnen. Die ganze Nation sollte nun gegen diese Handvoll von Terroristen zusammenstehen und so Gott will werden wir sie besiegen."
Bei den Anschlägen kamen in den vergangenen zwei Wochen mehr als 100 Menschen ums Leben. Die radikalislamischen Taliban drohen den Streitkräften mit weiteren Gewalttaten, falls sie nach Süd-Waziristan vordringen. Dort fliegt die Regierung bereits seit Tagen Luftangriffe, rund 200.000 Menschen sind seit August aus der Region geflohen.
Bei einem mutmaßlichen US-Raketenangriff im Nordwesten des Landes wurden am Donnerstag vier Menschen getötet. Die Opfer in Nord-Waziristan seien vermutlich militante Islamisten gewesen, verlautete aus Geheimdienstkreisen.
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