Libanon: Mindestens 40 Tote bei Kämpfen gegen Islamisten
zuletzt aktualisiert: 21.05.2007 - 07:33Tripoli/Beirut (RPO). Schwere Gefechte zwischen Islamisten und libanesischen Sicherheitskräften haben am Sonntag mindestens 40 Menschenleben gefordert. Nach zwölf Stunden Kampf brachten die Behörden die Lage unter ihre Kontrolle.
Kämpfer der palästinensischen Organisation Fatah el Islam, die angeblich Al Qaida nahe stehen soll, und libanesische Soldaten lieferten sich in Tripoli und im benachbarten palästinensischen Flüchtlingslager Nahr el Bared stundenlang heftige Schusswechsel. Am Abend war die Situation nach Militärangaben wieder unter Kontrolle.
Nach Armeeangaben starben bei den Kämpfen 23 Soldaten, sowie 15 Aufständische. Zwei Zivilisten wurden ebenso getötet. "Wir haben jetzt die Situation wieder unter Kontrolle", sagte der libanesische Sicherheitschef Aschraf Rifi nach zwölf Stunden Kampf. Doch auch nach Sonnenuntergang war weiter Maschinenfeuergewehr zu hören.
In Beirut wurden Polizeikräfte zusammengezogen und Straßensperren errichtet. "Die Angriffe von Fatah el Islam gegen die libanesische Armee sind ein vorsätzlich geplantes Verbrechen und ein gefährlicher Versuch, den Libanon zu destabilisieren", erklärte der libanesische Regierungschef Fuad Siniora.
Die im November 2006 gegründete Gruppe Fatah el Islam ist eine Splittergruppe der pro-syrischen Gruppe Fatah Intifada. Sie hat mit der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas außer dem Namen nichts gemein. In ihrer Ideologie soll sie Al Qaida nahe stehen. Die Gruppe bestreitet aber Kontakte zu dem internationalen Terrornetzwerk ebenso wie zur syrischen Regierung. Libanesische Sicherheitskräfte hatten die Gruppe für einen Anschlag auf Christen nördlich von Beirut im Februar mit drei Toten verantwortlich gemacht. Dies wurde von Fatah el Islam ebenfalls bestritten.
Im einem christlichen Viertel in Beirut wurde eine 63-jährige Frau am späten Sonntagabend bei der Explosion einer Autobombe auf einem Parkplatz getötet, wie die Polizei und Rettungskräfte mitteilten. Zehn weitere Menschen wurden verletzt.
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