Red Hand Day: Mit roten Händen gegen Kindersoldaten
VON DANA SCHÜLBE - zuletzt aktualisiert: 12.02.2010 - 18:40Düsseldorf (RPO). 250.000 Kindersoldaten sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen noch immer im Einsatz. Am Freitag, dem Red Hand Day, soll auf diesen Missbrauch aufmerksam gemacht werden. Dafür übergeben Kinder und Jugendliche an Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) rote Handabdrücke. Was steckt hinter dieser Aktion?
Über und über sind die Plakate mit roten Handabdrücken verziert. Es ist zwar nur Farbe, doch die Abdrücke wirken beinahe blutig - und sollen es wohl auch. Denn jedes Jahr am 12. Februar findet der Red Hand Day statt, der auf das Schicksal von Kindersoldaten aufmerksam machen soll.
Vor allem Kinder und Jugendliche, Schulklassen, Jugendgruppen und Kirchengemeinden beteiligen sich an der Aktion, wie das Deutsche Bündnis Kindersoldaten auf seiner Internetseite mitteilt. Es gibt verschiedene Protestaktionen, Demonstrationen, aber auch Fotos im Internet, Videos auf Youtube und Diskussionsgruppen auf Facebook. Hauptaktion ist aber das Sammeln roter Handabdrücke. Diese sollen an Bürgermeister, Landtags-, Bundestags- oder Europaabgeordnete übergeben werden.
Missbrauchsverbot
Ins Leben gerufen wurde der internationale Aktionstag im Jahr 2002. Damals trat das Zusatzprotokoll der UN-Kinderrechtskonvention in Kraft. Darin steht, dass der Missbrauch von Kindern als Soldaten verboten ist. Zwei Jahre später beteiligte sich auch Deutschland daran. Die Aktion Rote Hand wurde damals von der Aktion Weißes Friedensband ins Leben gerufen. Seitdem wurden laut Außenministerium über 300.000 Handabdrücke gesammelt, mehr als ein Drittel davon in Deutschland.
Das Symbol der Roten Hand ist nach Angaben des Deutschen Bündnis Kindersoldaten von einem Bündnis internationaler Menschen- und Kinderrechtsorganisationen eingeführt worden. Dieses Bündnis mache politische Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit und habe zum Zustandekommen des Zusatzprotokolls beigetragen.
Da sich trotz des UN-Protokolls kaum etwas an den Zahlen von Kindersoldaten geändert hat, wollen die Organisatoren mit ihren Aktionen den Druck auf die Politik erhöhen. Im vergangenen Jahr etwa wurden die Handabdrücke nicht nur an Bundespräsident Horst Köhler übergeben, sondern auch an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. "Damit wächst der Druck auf Regierungen und nichtstaatliche bewaffnete Gruppen, die Kindersoldaten einzusetzen", heißt es auf www.redhandday.org.
Hilfsprogramme gefordert
Gefordert wird auf der Webseite, dass Kinder unter 18 Jahren weder freiwillig noch zwangsrekrutiert werden. Wer sich nicht daran halte, müsse durch den UN-Sicherheitsrat sanktioniert werden. Auch Hilfsprogramme zur Reintegration von Kindersoldaten, eine medizinische und psychologische Betreuung sowie politisches Asyl für Betroffene werden verlangt.
Unterstützt wird die internationale Aktion von zahlreichen Hilfsorganisationen wie etwa die Aktion Weißes Friedensband, amnesty international, die Kindernothilfe, das Jugendrotkreuz, World Vision oder Human Right Watchs.
Als ersten Erfolg werten die Organisatoren, dass vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag die ersten Prozesse gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten geführt würden. So seien drei Kommandeure kongolesischer Rebellengruppen angeklagt, ebenso wie der ehemalige Präsident von Liberia.
Zum diesjährigen Red Hand Day eröffnet das Auswärtige Amt in Berlin eine Ausstellung zu dem Thema. Außerdem ist der BAP-Musiker Wolfgang Niedecken zu Gast, der sich seit Jahren gegen Not und Elend in Afrika engagiert.
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