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  Foto: RIA Novosti pool, AP
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Putin: "Gleichgewicht wahren": Moskau will US-Raketenschild Paroli bieten

zuletzt aktualisiert: 29.12.2009 - 14:37

Moskau (RPO). Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin will den US-Plänen für einen Raketenschild mit neuen Offensivwaffen begegnen. "Um das Gleichgewicht zu wahren, müssen wir offensive Waffensysteme entwickeln, keine Raketenabwehrsysteme, wie es die Vereinigten Staaten tun", sagte Putin am Dienstag in Wladiwostok. Diese Differenzen dürften die Verhandlungen über einen neuen Abrüstungsvertrag weiter verzögern.

Das Problem des Raketenschildes sei mit dem offensiver Waffen eng verzahnt, sagte Putin bei seinem Besuch in der Hafenstadt im Fernen Osten Russlands, der im staatlichen Fernsehen übertragen wurde. "Mit einem derartigen Schirm würden sich unsere Partner vollkommen in Sicherheit fühlen und tun und lassen, was sie wollen. " Damit würde das Gleichgewicht zerstört und es gebe "mehr Aggressivität in Politik und Wirtschaft".

US-Präsident Barack Obama hatte Mitte September verkündet, auf den von der Regierung seines Vorgängers George W. Bush geplanten Raketenabwehrschild in Osteuropa zu verzichten. Danach wollten die USA eigentlich ab 2013 zehn Abfangraketen in Polen stationieren und eine Radaranlage in Tschechien installieren. Das Projekt hatte vor allem in Russland scharfe Kritik hervorgerufen. Das US-Verteidigungsministerium kündigte im September stattdessen ein flexibleres, seegestütztes System an, das sich auf die Abwehr von Kurz- und Mittelstreckenraketen konzentrieren soll.

Austausch über Waffensysteme

Putin forderte am Dienstag zudem Washington auf, Moskau sämtliche Informationen zu der neuen Raketenabwehr zukommen zu lassen. Im Gegenzug sei Russland bereit, den USA Details über ihre offensiven Waffensysteme zu nennen. Es ist das erste Mal seit Monaten, dass sich die russische Regierung zu den US-Plänen für ein neues Raketensystem äußert.

Die Differenzen über die Ausgestaltung der Sicherheitspolitik dürften auch die Verhandlungen über ein neues Abkommen zur atomaren Abrüstung weiter verzögern. Moskau und Washington verhandeln seit Wochen über einen Nachfolgevertrag für den am 5. Dezember abgelaufenen Start-Vertrag. Das 1991 unterzeichnete Abkommen gilt als Grundpfeiler der Waffenkontrolle. Obamas Verzicht auf die Raketenabwehr in Osteuropa hatte zwar ein großes Hindernis für eine Einigung auf einen neuen Vertrag aus dem Weg geräumt. Die Gespräche waren zuletzt aber ins Stocken geraten. Mit der Unterzeichnung eines neuen Start-Abkommens wird nun erst 2010 gerechnet.

Quelle: AFP/felt

 
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