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Unruhige Zeit in Simbabwe: Mugabe setzt auf Machterhalt

VON GODEHARD UHLEMANN - zuletzt aktualisiert: 01.04.2008 - 09:46

Harare/Düsseldorf (RP). Die Opposition in Simbabwe sieht sich als Wahlsieger und fürchtet, dass die Regierung das Ergebnis manipuliert. In der Hauptstadt Harare herrscht Alarmstufe eins. Die EU fordert ein Ende der verzögerten Stimmauszählung.

Nach den Wahlen in Simbabwe kommen unruhige und möglicherweise gewalttätige Zeiten auf das Land im südlichen Afrika zu. Sowohl das Lager von Präsident Robert Mugabe mit seiner Partei Zanu-PF wie auch die Opposition beanspruchen den Sieg für sich. Wie die Zentrale Wahlkommission nach Auszählung von 89 der 210 Wahlbezirke am Montagabend mitteilte, errang die Bewegung für einen Demokratischen Wandel (MDC) von Oppositionsführer Morgan Tsvangirai bei der Parlamentswahl 46 Parlamentssitze.

Die ZANU-PF von Präsident Robert Mugabe kam demnach auf 43 Sitze. Die MDC hatte zuvor eigene Zahlen aus 128 von 210 Wahlbezirken veröffentlicht. Danach kam sie bei der gleichzeitig stattfindenden Präsidentschaftswahl auf 60 Prozent, die ZNAU-PF erzielte lediglich 30 Prozent.

Die Polizei ist landesweit in erhöhter Alarmbereitschaft. Einheiten mit Schlagstöcken liefen durch die Straßen der Hauptstadt Harare, um Unruhen zu verhindern. Die Regierung warnte vor voreiligen Siegesbekundungen, sie würden als versuchter Staatsstreich behandelt. Es kam bereits zu Festnahmen.

Im Vorfeld der Wahl hatte es massive Einschüchterungen gegeben. Regimekritiker wurden von den Wahlen ausgeschlossen. Westliche Beobachter wurden weitgehend ausgesperrt. Die Wahlergebnisse werden zögerlich bekanntgegeben. Die EU forderte die Wahlkommission auf, rasch Klarheit über den Ausgang der Wahl zu bringen. Das Außenministerium in Berlin erklärte, die Verzögerung bei der Auszählung sei nicht nachvollziehbar und werfe Fragen auf, die schnell und zufriedenstellend beantwortet werden müssten.

Für einige südafrikanische Wahlbeobachter ist die Resultatsverschleppung ein Indiz, dass kräftig manipuliert wird. „Mugabe hat die Wahl verloren. Jeder weiß, dass niemand für Mugabe gestimmt hat, aber sie versuchen jetzt, das Ergebnis in seinem Sinn hinzudrehen“, sagt der Generalsekretär der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) in Simbabwe, Tendai Biti.

Dabei war Robert Mugabe (84) einst ein Held des afrikanischen Freiheitskampfes. 1960 war der Jesuitenschüler von seinen verschiedenen Auslandsstudien als überzeugter Marxist in die Heimat zurückgekehrt, um seine Landsleute vom Joch der Unfreiheit zu erlösen. Damals war das heutige Simbabwe noch die britische Kolonie Südrhodesien.

Nun leben die Menschen Simbabwes erneut unter dem Joch der Unfreiheit. Der Schuldige heißt Robert Mugabe, Beruf Diktator. Seit 28Jahren ist er Staatsoberhaupt, und er will es mit allen Mitteln bleiben. Er lässt Kritiker verhaften, foltern, töten. Die Menschen leben in Angst und Armut. Vier Fünftel der Simbabwer sind ohne Arbeit, die Inflationsrate liegt über 100000 Prozent. Die einstige Kornkammer Afrikas ist zum Armenhaus heruntergewirtschaftet. Mugabe ist der Makel Simbabwes.

Vor sieben Jahren hatte Mugabe die Enteignung der weißen Farmer verordnet. Es sei ein Schritt eines neuen antikolonialen Kampfes, war seine Begründung. Doch statt eine wirkungsvolle Landreform durchzuführen, gab er viele Farmen an seine Günstlingen. Seitdem ist die Landwirtschaft ruiniert und Millionen der rund 13 Millionen Simbabwer sind vom Hunger bedroht.


 
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