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Einigung in Simbabwe: Mugabe will Macht teilen

zuletzt aktualisiert: 12.09.2008 - 06:22

Harare (RPO). Nachdem sie mehrere Monate verhandelt hatten, haben sich Regierung und Opposition in Simbabwe auf ein Abkommen zur Teilung der Macht geeinigt. Der Herausforderer von Staatschef Robert Mugabe, Morgan Tsvangirai, wird erstmals seit der Gründung seiner Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) im Jahr 1999 an der Regierung teilhaben.

Das teilte der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki, der die Gespräche zwischen beiden Seiten vermittelt hatte, am Donnerstagabend mit. Einzelheiten nannte er nicht. Das Abkommen soll am Montag unterzeichnet werden.

Bis zuletzt umstritten war die Verteilung der Kompetenzen zwischen Mugabe und dem für Oppositionsführer Morgan Tsvangirai vorgesehenen Amt des Ministerpräsidenten. Während Tsvangirai auf der Regierungsverantwortung bestand, zeigte sich Mugabe unwillig, einen wesentlichen Teil seiner bisherigen Autorität abzugeben. Mbeki war am Montag nach Simbabwe gereist, um die Verhandlungen aus der Sackgasse zu führen.

Die oppositionelle Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) hatte die Parlamentswahl vom 29. März gewonnen, bei der gleichzeitigen Präsidentenwahl setzte sich jedoch Mugabe in einem erbitterten Machtkampf trotz internationaler Proteste durch. Dabei zog Tsvangirai seine Kandidatur vor der Stichwahl wegen fortgesetzter Repressionen seitens der Regierungspartei ZANU-PF zurück. Mugabe gewann dann die Stichwahl am 27. Juni als einziger Kandidat.

vom Musterstaat zum Armenhaus Afrikas

Mugabe ist seit 1980 in Simbabwe an der Macht und hat das Land in den wirtschaftlichen Ruin geführt. Innerhalb von 20 Jahren wurde Simbabwe vom afrikanischen Musterstaat zum Armenhaus des Kontinents. Die Inflationsrate liegt offiziell bei über zwei Millionen Prozent, inoffizielle Schätzungen sprechen inzwischen von 15 Millionen Prozent.

Die Arbeitslosenquote beträgt etwa 80 Prozent. Von den gut zwölf Millionen Simbabwern sind knapp zwei Millionen mit dem HI-Virus infiziert. Männer haben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge eine Lebenserwartung von 44 Jahren, Frauen von 43 Jahren. Damit belegt Simbabwe einen der letzten Plätze im weltweiten Vergleich. Beim Amtsantritt Mugabes lag die Lebenserwartung bei etwa 60 Jahren.

Die Wirtschaftsleistung pro Kopf betrug 2000 rund 445 Dollar (314 Euro), 2006 waren es nur noch 133 Dollar, wie Statistiken der Vereinten Nationen zeigen. Mindestens drei Millionen Menschen sollen in Nachbarländer geflohen sein. In diesem Jahr sind bis zu vier Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Bis zum nächsten Frühjahr könnten es bereits fünf Millionen sein, befürchten die UN.

Quelle: ap

 
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