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Wahlen in Nigeria
Herausforderer Buhari nach derzeitigem Stand der Ergebnisse vorn

Muhammadu Buhari liegt bei ersten Wahl-Ergebnissen in Nigeria vorn
Herausforderer Buhari zieht bei den Wahlen nach vorn. FOTO: afp, tsc
Abuja . Bei den Wahlen in Nigeria hat sich ein knappes Rennen zwischen Präsident Goodluck Jonathan und Herausforderer Muhammadu Buhari abgezeichnet. Den am Montagabend veröffentlichten Ergebnissen aus 18 der 36 Bundesstaaten sowie der Hauptstadt zufolge lag Buhari mit rund zwei Millionen Stimmen vor Jonathan. Die Bekanntgabe der Ergebnisse wurde später unterbrochen und soll am Dienstagvormittag fortgesetzt werden.

In dem bevölkerungsreichsten Staat Afrikas hatten am Wochenende Präsidentschafts- und Parlamentswahlen stattgefunden. Die Unabhängige Wahlkommission veröffentlichte am Montagabend zunächst die Ergebnisse aus der Hälfte der Bundesstaaten sowie aus der Hauptstadt Abuja. Demnach lagen Buhari und seine Partei APC in zehn Staaten vorn, Jonathan und seine Regierungspartei PDP gewannen in acht Staaten sowie in der Hauptstadt.

Der Ausgang der Wahl könnte sich allerdings noch ändern, da die Ergebnisse aus großen Bundesstaaten wie Lagos und Rivers noch nicht vorlagen. Indes entschied Buhari unter anderem den wichtigen nördlichen Bundesstaat Kano für sich - allein dort lag er mit fast 1,7 Millionen Stimmen vor Jonathan. Kano ist der zweitgrößte Bundesstaat des Landes nach Lagos im Süden und muslimisch geprägt.

Enges Rennen im Wahlkampf

Buharis Triumph in Kano war erwartet worden. Der Herausforderer ist ebenfalls Muslim und der Staat leidet besonders stark unter den Angriffen der Islamistengruppe Boko Haram. Jonathans Kritiker hatten dem Präsidenten immer wieder vorgeworfen, den Aufstand der Gruppierung nicht in den Griff zu bekommen.

Der Christ Jonathan kann wiederum im christlichen Süden des Landes auf Unterstützung zählen. Er entschied mehrere Südoststaaten sowie den religiös eher durchmischten zentralen Staat Plateau für sich. Schon im Wahlkampf hatte sich in dem religiös gespaltenen Land in Westafrika ein enges Rennen abgezeichnet. Der Sieger muss neben der Mehrheit der Stimmen auch mindestens 25 Prozent der Wähler in zwei Dritteln aller Bundesstaaten hinter sich bringen. Andernfalls gibt es eine Stichwahl.

Ausschreitungen während der Wahl

Die Wahlen waren am Wochenende von Gewalt und technischen Pannen überschattet, verliefen ansonsten aber weitgehend störungsfrei. Allerdings wird nach der Bekanntgabe der Ergebnisse neue Gewalt befürchtet - vor vier Jahren war es zu schweren Zusammenstößen gekommen, bei denen rund tausend Menschen getötet worden waren. Im südlichen Staat Rivers galt am Montagabend bereits eine nächtliche Ausgangssperre.

(AFP)
 
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