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Nach 43 Jahren Untergrundkampf
Die Eta gibt ihre Waffenverstecke auf

Nach 43 Jahren Untergrundkampf: Die Eta gibt ihre Waffenverstecke auf
Französische Polizisten sammeln Waffen und Munition aus einem der offenbarten Eta-Verstecke. FOTO: ap, BE LR
Paris. Nach mehr als fünf Jahren Inaktivität hat die baskische Separatistenorganisation Eta den französischen Behörden eine Liste mit acht Waffen-, Munitions- und Sprengstoffverstecken übergeben.

Die Depots wurden nach Angaben des Pariser Staatsanwalts François Molins am Samstag alle von der Polizei durchsucht. Gefunden worden seien Dutzende Handfeuerwaffen und Gewehre, Tausende Stück Munition, mehrere Hundert Kilogramm Sprengstoff sowie Hunderte Zünder und Zeitschaltwerke.

Der Fund werde nun inventarisiert, sagte Molin. Das Ergebnis der technischen Überprüfung durch die französischen Behörden und weitere Ermittlungsergebnisse würden an die spanischen Justizbehörden weitergeleitet.

Der französische Innenminister Matthias Fekl erklärte, es sei "ein großer Schritt, fraglos ein wichtiger Tag". Auch der Präsident der Regionalregierung des Baskenlandes in Spanien, Iñigo Urkullu, sprach von einem "wichtigen Schritt von historischem Wert".

Hoffnung auf Frieden

Die Liste wurde von der Aktivistengruppe Artisans de la Paix in Bayonne der Internationalen Verifizierungskommission übergeben, die sie an die französischen Behörden weiterleitete. Die Depots liegen im Südwesten Frankreichs. "Wir hoffen, dass wir mit diesem Schritt vorwärts in einen lange währenden Frieden im Baskenland gehen können", sagte Mixel Berhokoirigoin. Die Verifizierungskommission drückte die Hoffnung aus, "dass dieser Schritt die Entwaffnung der Eta begründet".

Die spanische Regierung rief die Eta auf, "ihre Opfer um Vergebung zu bitten und zu verschwinden". Spanien werde die Waffenübergabe nicht bewerten, bis sie von den französischen Behörden analysiert worden sei, sagte Innenminister Juan Ignacio Zoido. Die Regierung halte an ihrer Position fest: "Terroristen können nicht darauf hoffen, von der Regierung eine Sonderbehandlung zu erhalten oder Immunität für ihre Verbrechen", sagte der Minister.

In den Straßen von Bayonne feierten rund 20 000 Menschen den Schritt der Eta. Viele forderten, dass verurteilte Eta-Mitglieder ihre Strafe in der Nähe ihrer Heimatorte verbüßen dürfen, nicht verteilt auf ganz Spanien und Frankreich.

Nach mehr als fünfjähriger Inaktivität hatte die Eta die Aushändigung ihrer Waffen angekündigt. Das ist ein historischer Schritt nach 43 Jahren Untergrundkampf, der überwiegend in Spanien 829 Menschen das Leben kostete. Neben der Entwaffnung bestehen Frankreich und Spanien auch auf die formelle Auflösung der Eta. Die Organisation hat noch nicht gesagt, ob sie dem nachkommen wird.

(felt/ap)
 
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