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Nach umstrittenen Rauswurf von Comey
US-Senat bestätigt Trumps Kandidaten für Posten des FBI-Chefs

Nach Comey-Rauswurf: US-Senat bestätigt neuen neuen FBI-Chef
Der neue FBI-Direktor Christopher Wray wartet am 13. Juli auf ein Treffen mit Senator Mark Warner in Washington. (Archiv-Bild) FOTO: ap, PM
Washington. Das Personalkarussell dreht sich weiter: Nach der umstrittenen Entlassung von James Comey als FBI-Chef durch Präsident Donald Trump im Mai steht nun dessen Nachfolger fest: Der US-Senat bestätigte den Juristen Christopher Wray mit überwältigender Mehrheit.

Wray ist Trumps Wunschkandidat. Der Jurist hatte jedoch in einer Anhörung vor drei Wochen betont, er werde das Amt unabhängig führen und sich jeglicher politischer Einflussnahme verwehren. Das brachte ihm über Parteigrenzen hinweg Anerkennung ein. Die Personalie passierte den Senat am Dienstagabend (Ortszeit) mit einer Mehrheit von 92 zu 5.

Schwieriges Erbe

Wray, der zuvor als Staatsanwalt, Verteidiger und von 2001 bis 2005 in mehreren Positionen im Justizministerium unter Präsident George W. Bush tätig war, tritt damit ein schwieriges Erbe an. Sein Vorgänger Comey hatte unter seinen Kollegen beim FBI einen tadellosen Ruf. Seine Entlassung hatte Trump den Vorwurf eingebracht, er wolle die Ermittlungen des FBI zur möglichen Beteiligung seines Wahlkampfteams an Russlands Beeinflussung der US-Wahl sabotieren.

"Das ist eine harte Zeit um diesen harten Job anzunehmen", sagte die demokratische Senatorin Amy Klobuchar. Der vorherige FBI-Chef Comey sei wegen der Russland-Ermittlungen gefeuert worden. Wray werde nun Charakter und Kompetenz in eine Stadt bringen, die immer weiter das Vertrauen der Öffentlichkeit verliere, sagte der republikanische Senator Ben Sasse mit Blick auf Washington.

Comey hatte berichtet, Trump habe von ihm einen Treuschwur verlangt, den er ihm aber verweigert habe. Auch Wray sagte bei seiner Anhörung vor dem Justizausschuss des Senats, er werde Trump sicher auch keine Loyalität schwören. "Meine Loyalität gilt der Verfassung und der Rechtsstaatlichkeit", sagte er.

Wechselnde Begründungen

FOTO: ap, CK

Trump sieht sich wegen der Entlassung Comeys Vorwürfen ausgesetzt, er habe die Justiz behindern wollen. Das FBI untersucht, ob es bei der mutmaßlich russischen Einmischung in die amerikanische Präsidentschaftswahl 2016 Absprachen zwischen Trumps Wahlkampflager und Moskau gab.

Trump nannte für den Rauswurf Comeys zunächst verschiedene Gründe. Später sagte er, er habe dabei auch an die Vorwürfe zur Russland-Affäre gedacht.

Comey erklärte im Juni in einer Anhörung vor dem Kongress, Trump habe ihn um eine Einstellung der Ermittlungen gegen den damaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn gebeten. Eine solche Einmischung in ein laufendes Verfahren kann als Behinderung der Justiz gewertet werden.

Das Justizministerium hat mittlerweile einen Sonderermittler eingesetzt, der die FBI-Untersuchungen leitet.

(sbl/dpa/ap)
 
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