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Auswärtiges Amt drängt auf Start vor Beginn der Regenzeit: Nach Einlenken Sudans soll Flüchtlingshilfe anlaufen

zuletzt aktualisiert: 21.05.2004 - 19:01

Khartum/Berlin (rpo). Nachdem die sudanesische Regierung eingelenkt hat, soll nun die internationale Hilfe für die hunderttausenden Flüchtlinge in der Krisenregion Darfur anlaufen.

Das Bundesentwicklungsministerium erhöhte seine Not- und Katastrophenhilfe für die Menschen in Darfur und die Flüchtlinge im Nachbarland Tschad um eine Million Euro, wie am Freitag in Berlin mitgeteilt wurde. Das Bündnis der Aktion Deutschland Hilft (ADH) kündigte an, es wolle die Notleidenden möglichst schnell mit den grundlegendsten Dingen wie Lebensmittel und Medikamente versorgen. Die Regierung in Khartum hatte am Donnerstagabend den Zugang für Hilfsorganisation nach Darfur erleichtert. Helfer sollen ab Montag ohne Sondererlaubnis dorthin reisen können.

Nach den Worten von Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) ist die Lage für die Menschen in Darfur nach wie vor "dramatisch". Die internationale Gemeinschaft müsse darauf achten, dass die Zusage der sudanesischen Regierung tatsächlich eingehalten werde. Der Druck auf Khartum müsse deshalb verstärkt werden. Hier sei besonders die Europäische Union gefragt. "In letzter Konsequenz" müsse die internationale Gemeinschaft auch bereit sein, Friedenstruppen in die Region zu entsenden, erklärte die Ministerin.

Deutschland stellte fünf Millionen Euro zur Verfügung

Die Bundesregierung zeigte sich "äußerst besorgt" über die humanitäre Lage in Darfur. Jetzt gehe es darum, den Menschen "noch vor Beginn der Regenzeit" zu helfen, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Insgesamt stellte die Bundesregierung nunmehr fünf Million Euro für die betroffenen Menschen in der Region zur Verfügung.

Die Deutsche Welthungerhilfe wartet nach eigenen Angaben seit Anfang Mai in der Stadt Kutum in Westdarfur auf die Genehmigung, rund 1100 Tonnen Nahrungsmittel an mehr als 100.000 Flüchtlinge zu verteilen. Wenn die Verteilung auch in der nächsten Woche nicht gestattet werde, werde es mit Sicherheit eine dramatischen Versorgungskrise in der Region geben. Ein Sprecher von Caritas International sagte, vor allem würden Wasser und Lebensmittel benötigt. Zudem liege die medizinische Versorgung wegen der "Konzentration der Flüchtlinge an bestimmten Orten" brach.

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF mahnte die Versorgung der Flüchtlinge mit sauberem Wasser an. Rund 700.000 Menschen hätten seit Wochen kaum Zugang zu sauberem Wasser. Die hygienischen Bedingungen in vielen Lagern verschlechterten sich. Durchfallerkrankungen seien vor allem für die vielen mangelernährten Kinder eine tödliche Gefahr. Jedes fünfte Kind in Darfur sei mangelernährt.

ADH hat 30 bis 40 Helfer vor Ort

Der Sprecher der Aktion Deutschland Hilft (ADH), Hartmut Wilfert, erklärte in Köln, Ziel sei es, den Flüchtlingen möglichst schnell mit den grundlegendsten Dingen und dem Aufbau einer Unterkunft zu helfen. Derzeit seien 30 bis 40 Helfer der verschiedenen ADH-Organisationen mit der Organisation des Einsatzes befasst. Er rechne damit, dass die ersten Flüge am Dienstag oder Mittwoch starten könnten.

In Darfur kämpfen arabische Milizen mit Unterstützung der Regierung in Khartum gegen die Rebellenorganisationen Befreiungsbewegung Sudans und Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit. Seit Beginn der Kämpfe im Februar vergangenen Jahres wurden nach Angaben der UNO bis zu 10.000 Menschen getötet und rund 100.000 Menschen ins Nachbarland Tschad vertrieben. Etwa 670.000 Menschen sind in Sudan auf der Flucht. Ein Anfang April vereinbarter Waffenstillstand bleibt brüchig.


 
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