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400 Demonstranten in Nepal verhaftet: Nach Unruhen: Tibet beklagt 130 Tote

zuletzt aktualisiert: 24.03.2008 - 20:43

Düsseldorf (RPO). Mit massiver Gewalt schlagen die chinesischen Behörden offenbar die Aufstände der Exil-Tibeter nieder: Bei Zusammenstößen mit Chinas Polizei seien bisher etwa 130 Demonstranten getötet worden, sagte die tibetische Exilregierung am Montag.

In ganz Tibet seien bislang etwa 130 Todesfälle im Zuge der gewaltsamen Zusammenstöße bestätigt worden, sagte der Chef der tibetischen Exilregierung, Samdhong Rinpoche, am Montag in deren Sitz im nordindischen Dharamsala. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer, denn zuletzt hatte die tibetische Exil-Regierung von 99 Toten gesprochen.

Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua gab am Sonntag hingegen an, Krawallmacher in Tibet hätten während der Proteste 18 "unschuldige Zivilisten" sowie einen Polizeibeamten getötet. Mehrere weitere Polizisten seien verletzt worden, meldete die Agentur. Nähere Einzelheiten zu den Unruhen in der Präfektur Garze wurden aber nicht genannt. Weiter hieß es nur, in einem anderen Bezirk, Aba, hätten sich 381 Menschen, die an Protesten beteiligt waren, den Behörden gestellt.

Derweil nahmen in Nepal die Sicherheitskräfte etwa 400 Demonstranten fest, die sich bei verschiedenen Kundgebungen für die Rechte der Tibeter in China eingesetzt hatten. "Wir werden am Abend alle wieder freilassen", versprach der Polizeichef der Hauptstadt Kathmandu. 245 Tibet-Demonstranten wurden allein vor der UN-Vertretung in Kathmandu festgenommen, als sie gegen die Unterdrückung der Tibeter demonstrierten. Nepal bekennt sich offiziell zur Ein-China-Politik, nach der Tibet seit der chinesischen Besatzung 1951 als Bestandteil der Volksrepublik betrachtet wird. Zugleich bietet Nepal aber rund 20.000 Tibetern Zuflucht, die nach einem gescheiterten Aufstand gegen die Chinesen 1959 ins Land kamen.

Am Nachmittag überschattete die Krise in China die Eröffnungszeremoie der Olympischen Spiele in Griechenland: Mindestens zwei Männer störten die Entzündung des Olykmpischen Feuers, indem sie mit schwarzen Fahnen auf das Feld rannten. Sie wurden von Polizisten festgenommen. Ungeachtet der Proteste sprachen sich der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (ICQ), Jaques Rogge, und der Deutsche Sportbund deutlich gegen einen Boykott aus.

Angesichts der blutig niedergeschlagenen Proteste in Tibet forderte hingegen der CDU-Europaparlamentarier Elmar Brok, die Olympischen Spiele nur noch in Griechenland stattfinden zu lassen. Der "Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe) sagte Brok: "Das IOC sollte die Olympiade wieder regelmäßig dort veranstalten, wo alles angefangen hat: in Griechenland. Dann hätten Diktaturen wie China keine Chance mehr, die Spiele zu Propagandazwecken zu missbrauchen."

Über Boykott-Pläne ganz anderer Art denken derweil die Exil-Tibeter nach: Sie palnen in Indien ihre eigenen "Olympischen Spiele". Diese sollen vom 15. bis 25. Mai in der nordindischen Stadt Dharamsala stattfinden, wo die Exilregierung ihren Sitz hat. Die Veranstalter wollen dazu 15 Sportler und Sportlerinnen einladen, zu den Wettkämpfen zählen Leichtathletik, Schwimmen, Schießen und Bogenschießen. Ziel sei es, das Schicksal des tibetischen Volkes zu thematisieren, sagte Veranstalter Lobsang Wangyal am Montag.


 
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