New York: Nachkommen Sigmund Freuds erhalten Geld aus Großbankenvergleich
zuletzt aktualisiert: 15.12.2005 - 08:06New York (rpo). Aus einem Vergleich Schweizer Großbanken mit jüdischen Klägern in den USA erhalten auch die Nachkommen von Sigmund Freud Geld. Der Enkel des Wiener Psychoanalytikers Anton Walter Freud war unter den 23 Anspruchsberechtigten. Da dieser im letzten Jahr gestorben ist, fließen die umgerechnet 140.000 Euro in den Nachlass des Freud-Enkels.
Der New Yorker Richter Edward Korman sprach den jüdischen Klägern insgesamt drei Millionen Dollar zu. Korman folgte damit einer Empfehlung des internationalen Schiedsgerichts, das die Ansprüche ehemaliger Kontoinhaber auf die Vergleichssumme von 1,25 Milliarden Dollar regelt.
Die Kläger - überlebende NS-Opfer oder ihre Familien - hatten die Großbanken Credit Suisse Group und UBS AG sowie anderen Schweizer Banken illegale Aneignung ihrer Guthaben vorgeworfen. Ehemalige Kontoinhaber haben aus der Vergleichssumme der Schweizer Großbanken bisher 287 Millionen Dollar erhalten.
Im Falle von Freud befand das Gericht, dass in der Tat ein Großteil des Besitzes und der Guthaben Sigmund Freuds unter den Nationalsozialisten beschlagnahmt worden sei. Freud starb am 23. September 1939 im Alter von 83 Jahren im Exil, nachdem er es im Sommer zuvor geschafft hatte, aus Österreich nach London auszureisen. Die vier Schwestern des Psychoanalytikers kamen in Konzentrationslagern ums Leben.
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