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Einsatz in Syrien und Irak
Nato-Einsatz gegen IS startet vorerst ohne deutsche Beteiligung

Nato-Einsatz gegen IS startet vorerst ohne deutsche Beteiligung
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg FOTO: ap
Brüssel. Für den internationalen Einsatz gegen den Islamischen Staat (IS) werden wohl dringend Aufklärungsflugzeuge gebraucht. Deshalb will die Nato noch in diesem Monat eine Awacs-Maschine bereitstellen. Die Bundeswehr muss in den ersten Wochen aber zu Hause bleiben.

Der Anti-IS-Einsatz der Nato startet ohne deutsche Beteiligung. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird Generalsekretär Jens Stoltenberg in der kommenden Woche den Beginn von Aufklärungsflügen für die Internationale Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ankündigen.

Weil der Bundestag über die deutsche Beteiligung voraussichtlich erst in der zweiten Novemberwoche abstimmt, werden Bundeswehrsoldaten zunächst allerdings nicht mit dabei sein. Die Bundeswehr stellt nach eigenen Angaben rund ein Drittel der Besatzungsmitglieder für die aus 16 Flugzeugen bestehende Awacs-Flotte der Nato.

Bundestags-Zustimmung gilt als sicher

Die Bündnispläne sehen vor, dass die mit moderner Radar- und Kommunikationstechnik ausgestatteten Flugzeuge den Luftraum über Syrien und dem Irak überwachen. Als fliegende Kommandozentralen zur Steuerung von Luftangriffen sollen sie zunächst allerdings nicht eingesetzt werden dürfen.

Dass der Bundestag die Beteiligung deutscher Soldaten erlaubt, gilt als sicher. Deutschland unterstützt die Anti-IS-Koalition schon heute mit Tornado-Aufklärungsjets und einem Tankflugzeug, die im türkischen Incirlik stationiert sind. Zudem werden kurdische Anti-IS-Kämpfer mit Waffen beliefert.

Vor allem das Auswärtige Amt in Berlin hatte sich lange klar gegen die von den Amerikanern erbetene Nato-Beteiligung am Kampf gegen den IS ausgesprochen. Als Grund wurde genannt, dass ein Bündnisengagement die Friedensbemühungen im Syrien-Konflikt erschweren könnte.

Die Kompromisslösung sieht nun vor, dass die Awacs-Flugzeuge nicht direkt über Syrien oder dem Irak fliegen, sondern aus dem türkischen oder internationalem Luftraum heraus Unterstützung für die US-geführte Koalition leisten.

(dpa)
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