Der Nato-Gipfel vom 03. bis zum 04.04. ist der erste, der in zwei Ländern stattfindet. Die Staats- und Regierungschefs der 28 Mitgliedsländer kommen an drei Orten in Deutschland und Frankreich zusammen.
Straßburg:
Die Großstadt im Elsaß ist der eigentliche Veranstaltungsort der Konferenz, auf der das 60-jährige Bestehen des Verteidigungsbündnisses gefeiert wird. Die Diplomaten und Militärs tagen im modernen Kongresszentrum der Stadt, in der etwa 275.000 Menschen leben.
Straßburg spiegelt wie kaum eine andere Stadt das schwierige deutsch-französische Verhältnis wieder: Sie wurde schon 1262 eine freie Reichsstadt. 1681 wurde Straßburg von französischen Truppen besetzt. Nach dem deutsch-französischen Krieg wurde das Elsaß 1871 Teil des Deutschen Reiches und fiel nach dem Ersten Weltkrieg wieder an Frankreich. Von 1940 bis 1944 war die Stadt von deutschen Truppen besetzt. In Straßburg sind auch das Europäische Parlament und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte beheimatet.
Kehl:
Die badische Stadt Kehl liegt in direkter Nachbarschaft und ist nur durch den Rhein von Straßburg getrennt. Sie hat 35.000 Einwohner und sieht sich als "weltoffene Kleinstadt in der Mitte Europas". In Kehl selbst tagen aber die Nato-Diplomaten nicht. Die Idee, ein großes Zelt in den Rheinwiesen aufzubauen, wurde schnell verworfen: Im Frühjahr gibt es dort regelmäßig Überschwemmungen. Einziger Programmpunkt des Gipfels in Kehl ist ein Gruppenfoto auf der Rheinbrücke, die die Stadt mit Straßburg verbindet.
Baden-Baden:
Die weltberühmte Kurstadt rückt am Freitag in den Mittelpunkt des Interesses. Dann trifft dort US-Präsident Barack Obama auf Kanzlerin Angela Merkel. Am Abend dinieren die Delegationen im eleganten Kurhaus.
Baden-Baden hat etwa 55.000 Einwohner und ist eine kreisfreie Stadt. Schon die alten Römer badeten dort im ersten Jahrhundert nach Christus. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt zum Treffpunkt der Oberschicht, auch wegen Pferderennen und Glücksspiel. Baden-Baden ist wegen seines milden Klimas noch heute ein weltbekannter Kurort. Bis 1993 hatten die französischen Streitkräfte in Deutschland ihren Sitz in der Stadt.