Großbritannien: Neue Enthüllungen über Spesenskandal
zuletzt aktualisiert: 23.05.2009 - 10:12London (RPO). Im Spesen-Skandal im britischen Unterhaus hat die Zeitung "Daily Telegraph" neue Enthüllungen veröffentlicht. Der konservative Wirtschaftspolitiker Jonathan Djanogly habe Ausgaben in Höhe von 77.000 Pfund (88.000 Euro) für sein Anwesen gegenüber dem Parlament geltend gemacht, von denen er nun 25.000 Pfund zurückzahlen wolle, berichtete die Zeitung.
Der Tories-Abgeordnete hatte demnach unter anderem knapp 5000 Pfund für den Einbau automatischer Sicherheitstüren in seinem Haus in seinem Wahlkreis Huntingdon ausgegeben. Djanogly erklärte dazu, die Polizei habe ihm wegen der Drohungen von Tierschutzaktivisten zum Einbau der Türen geraten.
Erstmals äußerte sich auch John Wick öffentlich, der der Zeitung als Mittelsmann die Informationen über fragwürdige Spesenabrechungen von mehr als 200 Abgeordneten besorgt hatte. "Ich bin stolz, meinen Part in der Angelegenheit gespielt zu haben, die der 'Telegraph' zurecht als 'eine sehr britische Revolution' beschreibt", sagte Wick dem Blatt. "Laxe und unprofessionelle" Sicherheitsmaßnahmen im Parlament seien dafür verantwortlich, dass die brisanten Informationen über die Spesenabrechnungen an die Öffentlichkeit gelangt seien. Wick ist nach eigenen Angaben Unterstützer der oppositionellen Konservativen.
Seit rund zwei Wochen veröffentlicht der "Telegraph" Details aus Papieren, die der Zeitung zugespielt worden sind. Die Bevölkerung reagierte schockiert, das Vertrauen der Bürger in die Demokratie brach ein.
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