Nach diplomatischer Eiszeit: Neue Gespräche zwischen Nord- und Südkorea
zuletzt aktualisiert: 22.08.2009 - 08:56Seoul (RPO). Nach fast zwei Jahren ist die diplomatische Eiszeit auf der koreanischen Halbinsel zu Ende. Ranghohe Vertreter Süd- und Nordkoreas haben sich am Samstag erstmals wieder zu bilateralen Gesprächen getroffen.
Der südkoreanische Wiedervereinigungsminister Hyun In Taek und der nordkoreanische Geheimdienstchef Kim Yang Kon, der für innerkoreanische Angelegenheiten zuständig ist, sprachen in Seoul knapp anderthalb Stunden miteinander, wie eine Sprecherin Hyuns sagte. Welche Themen besprochen wurden, teilte sie nicht mit.
Zuletzt hatte es im November und Dezember 2007 Gespräche zwischen dem kommunistischen Norden und dem demokratischen Süden gegeben, damals noch unter dem südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun. Unter dessen konservativem Nachfolger Lee Myung Bak hat sich die Beziehung zwischen Seoul und Pjöngjang deutlich abgekühlt.
Der Nordkoreaner Kim sagte vor der Unterredung, er habe die Notwendigkeit verbesserter Beziehungen zwischen dem Norden und dem Süden gefühlt. "Ich hoffe auf offene Gespräche", sagte Kim laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. Hyun hat sich etwas zurückhaltender geäußert. "Ich will über bilaterale Themen sprechen", sagte er und warnte gleichzeitig vor übertriebenen Erwartungen.
Spekulation über Treffen mit Lee
Die nordkoreanische Delegation sollte noch am Samstag zurück nach Pjöngjang reisen. Hyun deutete jedoch an, dass sich die Abreise verzögern konnte. Dies nährte Spekulationen, dass möglicherweise überraschend noch ein Treffen mit dem Präsidenten auf dem Plan stehen könnte. Pjöngjangs staatliche Medien bezeichnen Lee für gewöhnlich als "Verräter".
Die sechsköpfige nordkoreanische Delegation war am Freitag in Seoul eingetroffen, um dem verstorbenen früheren südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung die letzte Ehre zu erweisen. Kim war am Dienstag im Alter von 85 Jahren gestorben.
Seine sogenannte Sonnenscheinpolitik führte zu einer beispiellosen Annäherung der beiden koreanischen Staaten, die ihren Höhepunkt in eine Gipfeltreffen mit dem kommunistischen Staatschef Kim Jong Il 2000 in Pjöngjang fand. Im Jahr 2000 erhielt Kim für seinen Versöhnungskurs den Friedensnobelpreis. Die Nordkoreaner sollten noch am (heutigen) Samstag zurück nach Pjöngjang reisen.
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