Hamas droht mit weiteren Angriffen: Neue israelische Bodenoffensive im Gazastreifen
zuletzt aktualisiert: 22.11.2006 - 21:38Beit Hanun (RPO). Israel betreibt eine neue Bodenoffensive im Gazastreifen. Dabei sucht das Militär Raketenwerfer. Soldaten rückten am Mittwoch in die Städte Beit Hanun und Dschebalija ein, Scharfschützen bezogen auf Dächern Stellung. Gleichwohl feuerten palästinensische Kämpfer wieder mindestens sechs Raketen auf Israel ab.
Eine palästinensische Rakete schlug vor einer Schule ein, verletzt wurde jedoch niemand. Die israelischen Streitkräfte lieferten sich mehrfach Schusswechsel mit militanten Palästinensern. Ein 22-jähriger Hamas-Aktivist wurde getötet, während er eine Rakete für den Abschuss vorbereitete, wie die radikalislamische Bewegung mitteilte. Ein Hamas-Polizist sei in israelischem Panzerfeuer ums Leben gekommen.
Nach Einbruch der Dunkelheit wurden nach palästinensischen Angaben auch zwei Zivilpersonen getötet - ein 16-jähriger Jugendlicher und eine 39 Jahre alte Frau. Zuvor seien vor einer Schule in Beit Hanun drei palästinensische Mädchen verletzt worden. Die israelischen Streitkräfte vermeldeten ihrerseits, dass zwei Soldaten verwundet worden seien.
Hamas droht mit weiteren Angriffen
Die Hamas rief Israel dazu auf, die Offensive umgehend einzustellen, da die Angriffe dadurch nur verstärkt würden. Auch eine Parlamentsabgeordnete der Hamas erklärte, die Militäroperation mache die Palästinenser nur noch hartnäckiger in ihrem Widerstand. Nach Angaben von Dschamila Schanti wurde ihr Haus in Beit Hanun von israelischen Truppen umstellt und später von eindringenden Soldaten schwer beschädigt.
Bereits Anfang des Monats waren israelische Truppen in einer einwöchigen Militäraktion in Beit Hanun gegen mutmaßliche Extremisten vorgegangen. Dabei wurden etwa 50 Militante und mindestens sieben Zivilpersonen getötet. Die palästinensischen Raketenangriffe auf Ziele in Israel gingen aber weiter. Am Dienstagabend erlag ein Israeli den Verletzungen, die er sich bei einem solchen Angriff zugezogen hatte. Damit wurden binnen einer Woche zwei Israelis von Raketen in den Tod gerissen.
Auch in Dschenin im Westjordanland töteten israelische Soldaten am Mittwochabend bei einem Gefecht einen militanten Palästinenser, wie die Al-Aksa-Märtyrerbrigaden mitteilten. Ein Kommandeur der Organisation sei bei dem Schusswechsel verletzt worden. Die Al-Aksa-Märtyrerbrigaden stehen der Fatah des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas nahe.
Zwei im Gazastreifen entführte italienische Rotkreuz-Helfer wurden am Mittwoch unversehrt wieder freigelassen, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf mitteilte. Die 36 und 63 Jahre alten Männer waren am Dienstag in der Ortschaft Deir el Balah von Bewaffneten überfallen und verschleppt worden. Rotkreuz-Sprecherin Dorothea Krimitsas wies Berichte zurück, wonach die Hilfsorganisation als Reaktion auf die Entführung ihre Arbeit im Gazastreifen eingestellt habe.
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