Menschenrechtler prangern Zustände in Hebron an: Neue Kämpfe zwischen Hamas und Fatah
zuletzt aktualisiert: 14.05.2007 - 08:05Gaza (RPO). Der von ägyptischen Vermittlern ausgehandelte Waffenstillstand konnte es nicht verhindern: Anhänger der Hamas und der Fatah lieferten sich im Gazastreifen neue blutige Gefechte. Dabei wurde am Montagmorgen mindestens ein Mann getötet, etwa zehn Menschen wurden verletzt.
Die Fatah des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas machte die regierende Hamas für das Todesopfer verantwortlich, bei dem es sich um ein Fatah-Mitglied handeln soll. Demnach griff die radikalislamische Bewegung ein Büro der Fatah mit Schusswaffen an.
Um Mitternacht noch Waffenstillstand
Kurz nach Mitternacht hatten beide Seite noch erklärt, die im Gazastreifen stationierte ägyptische Sicherheitsdelegation habe die Kämpfenden zusammengebracht und einen Waffenstillstand ausgehandelt. Man habe sich darauf verständigt, seine jeweiligen Einheiten zurückziehen und Gefangene auszutauschen. Den schwersten Gefechten seit Bildung der palästinensischen Einheitsregierung im März fielen am Sonntag bereits vier Menschen zum Opfer.
Seit dem Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen kommt es dort vermehrt zu Kämpfen, Überfällen, Entführungen und gewaltsam ausgetragenen Konflikten zwischen rivalisierenden Milizen. Die Regierungsbildung im März beendete die Kämpfe zwischen den Anhängern von Hamas und Fatah zwar weitgehend, die alltägliche Gewalt konnte bislang aber kaum eingedämmt werden.
Israelische Menschenrechtsgruppen prangerten unterdessen an, dass mehr als 40 Prozent der palästinensischen Einwohner von Hebron in den vergangenen Jahren von israelischen Truppen aus ihren Häusern vertrieben worden seien. Zudem seien mehr als 75 Prozent ihrer Läden geschlossen worden, heißt es in einem Bericht von B'Tselem und der Vereinigung für Bürgerrechte in Israel. Demnach stehen gut 1.000 palästinensische Wohneinheiten inzwischen leer, und gut 1.800 Geschäfte wurden still gelegt. Zwei Drittel davon seien jeweils im Zuge des 2000 begonnenen Palästinenseraufstands, der so genannten zweiten Intifadah, zwangsweise geräumt worden.
Hebron im Westjordanland steht weiterhin unter israelischer Kontrolle. Die Stadt gilt Juden und Muslimen gleichermaßen als heilig. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Einwohnern, deren Anzahl bei 160.000 liegt, und den rund 500 jüdischen Siedlern am Stadtrand. Die israelischen Streitkräfte verfolgen deshalb eine Politik der strikten Trennung beider Bevölkerungsgruppen, was mitunter zu massiven Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit führt.
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