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Nach Lügen-Eingeständnis des Premierministers: Neue Straßenschlachten in Budapest

zuletzt aktualisiert: 20.09.2006 - 10:46

Budapest (rpo). In Ungarn ist der Zorn gegen den Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsany auch in der vergangenen Nacht wieder in Gewalt umgeschlagen. Am Abend demonstrierten rund 10.000 Menschen zunächst friedlich in Budapest. Doch dann lieferten sich mehrere hundert Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei.

Etwa 50 Menschen wurden verletzt, meldete die staatliche Nachrichtenagentur MTI. Nach den Ausschreitungen der Nacht zuvor sicherte die Polizei die Innenstadt mit einem massiven Aufgebot, darunter auch Reiter- und Hundestaffeln.

Die überwiegend jugendlichen Demonstranten griffen die Sicherheitsbeamten mit Wurfgeschossen an. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Es gelang ihr erst in den Morgenstunden, die Menge zu zerstreuen. Ein Polizeiauto und mehrere Mülleimer wurden in Brand gesteckt, wie MTI meldete.

In der Nacht zum Dienstag waren bei Krawallen mindestens 150 Menschen verletzt worden, darunter etwa 100 Polizisten. Die Demonstranten fordern den Rücktritt des Ministerpräsidenten.

Auslöser der Gewalt war die Veröffentlichung eines Tonbandprotokolls aus einer Fraktionssitzung der regierenden Sozialisten (MZSP). Demnach sagte Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany kurz nach der Parlamentswahl vom 23. April, er habe die Öffentlichkeit über den Zustand der Wirtschaft belogen, um seine Wiederwahl zu sichern. Im Wahlkampf hatte der Regierungschef erklärt, das Haushaltsdefizit könne auf 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts begrenzt werden. Bei Beginn seiner zweiten Amtszeit im Juni kündigte er jedoch an, es werde auf über zehn Prozent steigen.

Quelle: ap

 
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