Vertippt: Nicht nur Seibert kämpft mit Osama-Obama
VON MARTIN KESSLER - zuletzt aktualisiert: 03.05.2011 - 09:36Düsseldorf (RPO). Steffen Seibert (50) formuliert als Regierungssprecher für gewöhnlich treffsicher und hat sich nach einigen Anfangsschwierigkeiten bei der kritischen Hauptstadtpresse durchaus Respekt und Anerkennung erworben. Nur die innovative Verwendung des Kurznachrichtendienstes Twitter ging manchen altgedienten Berliner Korrespondenten gegen den Strich.
Ob er nun neben E-Mail und Fax auch ständig auf Twitter-Nachrichten auf seinem Handy achten müsste, fragte erbost ein Mitglied der Bundespressekonferenz. Er hätte Zeuge eines peinlichen Fehlers des Merkel-Sprechers werden können. Der twitterte nämlich kurz nach dem Tod des Top-Terroristen bin Laden: „Obama verantwortlich für Tod Tausender Unschuldiger“.
Und machte damit ausgerechnet den amerikanischen Präsidenten, der den Terroristen zur Strecke gebracht hatte, zum derzeit blutrünstigsten Menschen des Planeten. Seibert reagierte sofort und korrigierte seinen Fehler. Zum Verhängnis wurde ihm, dass er den Al-Qaida- Chef nur mit dem Vornamen nennen wollte, mit bin Laden wäre es ihm wohl kaum passiert.
Übrigens leistete sich nicht nur der Seibert den fatalen Verwechsler. Der erzkonservative US-Sender Fox verendete gestern die Eilmeldung: „Obama bin Laden tot“. „Spiegel- Online“ schrieb sogar: „US-Militär soll Obama auf See bestattet haben“.
Diplomatische Verwicklungen sind kaum zu befürchten. Im Gegensatz zum Obama-kritischen Sender Fox, der die beiden schon öfters verwechselt hat und dem viele vorwerfen, er tue es absichtlich, ist das bei Seibert definitiv auszuschließen.
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