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Venezuela plant militärische Großübung
Maduro will Zehntausende Soldaten aufmarschieren lassen

Nicolás Maduro will bei Militärübung Zehntausende Soldaten gegen Donald Trump aufmarschieren lassen
Als Reaktion auf Trumps Drohung kündigt Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro ein großes landesweites Militärmanöver an. FOTO: rtr, CGR/wy
Caracas . Nach der Drohung von US-Präsident Donald Trump, eine militärische Reaktion auf die Krise in Venezuela nicht auszuschließen, lässt Staatschef Nicolás Maduro seinerseits die Säbel rasseln. Er kündigt ein großes landesweites Militärmanöver an. 

"Der Boden Venezuelas ist heilig und sollte niemals von den Stiefeln der imperialistischen Yankees berührt werden", rief Maduro vor Tausenden Anhängern in Caracas bei einer Kundgebung gegen Trump. Die Großübung mit Zehntausenden Soldaten und Zivilisten soll am 26. und 27. August stattfinden. 

Trump hatte am Freitag mit Blick auf die Krise in Venezuela gesagt, es gebe mehrere Möglichkeiten, "darunter eine militärische Option, falls nötig". Seither ist der Ton zwischen beiden Staaten verschärft. Trumps Aussage könnte Maduro allerdings noch gestärkt haben.

Nachdem der diplomatische Druck in Südamerika immer größer auf Maduro geworden war, bildete sich nun eine Allianz gegen Trump. Die USA haben in vielen Konflikten im "Hinterhof" gerade zu Zeiten des Ost-West-Konflikts eine fragwürdige Rolle gespielt.

Vizepräsident Pence will friedliche Lösung  

US-Vizepräsident Mike Pence hatte diese Aussage am Sonntag zum Auftakt einer Lateinamerika-Reise abgeschwächt und für eine "friedfertige Lösung" plädiert, auch wenn er eine "militärische Option" nicht ausschließen wolle. Er machte zugleich klar: "Wir werden nicht akzeptieren, dass eine Diktatur in der Hemisphäre entsteht." Das Pentagon erklärte, es gebe noch keine entsprechenden Anweisungen aus dem Weißen Haus.

Die Aussicht auf einen möglichen US-Militäreinsatz löste auch bei anderen Ländern der Region Besorgnis aus. Neue US-Militärinterventionen werden vehement abgelehnt. Kritik kommt auch von Regierungen, die auf Konfrontationskurs zu Maduro sind.

Bei einem Treffen mit ausländischen Botschaftern bekräftigte Maduro am Montag seine Forderung nach einem regionalen "Gipfel der Präsidenten unter Ausschluss der Öffentlichkeit", um über den "Frieden in Venezuela" und Trumps Drohung zu beraten.

Schon in der Vergangenheit hatte Maduro angebliche Invasionspläne der Vereinigten Staaten beschworen, um seinen Rückhalt zu stärken – eine reale Kriegsgefahr besteht nicht, aber ein großer Verlieren könnte die von den USA unterstützte Opposition im Land sein, die zuletzt kaum noch auf den Straßen protestierte. Bei der Kundgebung Maduros mit Anhängern der Sozialisten rief die Menge: "Yankee, go home".

Venezuela ist auf USA angewiesen 

Trotz aller Differenzen sind die USA größter Abnehmer von Erdöl aus Venezuela, dem Land mit den größten Reserven der Welt. Daher ist Maduro bei aller Rhetorik auf Trump angewiesen, um eine bereits im Oktober drohende Staatspleite abzuwenden. Er bat sogar um ein Telefonat mit Trump. Trump lehnte das ab, er will erst mit Maduro reden, wenn "die Demokratie in diesem Land wiederhergestellt ist".

Angesichts der dramatischen Krise – es fehlen überall Lebensmittel und Medizin – und der Gewalt haben zuletzt Zehntausende Menschen das Land verlassen.

 

(beaw/dpa/AFP)
 
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