Proteste in Jordanien: "Nieder mit der Regierung"
zuletzt aktualisiert: 04.02.2011 - 18:55Amman (RPO). Hunderte Menschen haben in der jordanischen Hauptstadt Amman am Freitag gegen den neuen Ministerpräsidenten Maruf al Bachit protestiert. Er ist erst seit Dienstag im Amt.
Der Führer der größten muslimischen Oppositionsgruppe hatte zwar erklärt, er werde dem neuen Ministerpräsidenten die Möglichkeit zur Regierungsbildung geben, dennoch demonstrierten am Freitag in der Hauptstadt Amman mehr als 1.000 seiner Anhänger und andere Regierungsgegner gegen al Bachit. Sie skandierten "Nieder mit der Regierung".
Ansonsten blieben die für den Nahen Osten erwarteten Proteste nach ägyptischem Vorbild größtenteils aus. In Damaskus blieb ein im Internet veröffentlichter Protestaufruf ohne Widerhall. Auch nach dem Freitagsgebet waren einzig Sicherheitskräfte in Zivil auf der Straße. Im Irak gingen rund 100 Menschen in Bagdad auf die Straße, um gegen Korruption in den Sicherheitskräften, Arbeitslosigkeit und mangelhafte Strom- und Wasserversorgung zu protestieren.
Solidarität mit Ägypten
In Jordanien gab es in den vergangenen Wochen wiederholt Proteste. Die Wut der Demonstranten richtete sich vor allem gegen Ministerpräsident Samir Rifal und sein Kabinett. König Abdullah II. blieb bisher außen vor, Kritik an ihm ist in Jordanien aber auch verboten. Um der Protestbewegung etwas den Wind aus den Segeln zu nehmen, setzte Abdullah am Dienstag die Regierung ab und forderte den früheren Ministerpräsidenten al Bachit zur Bildung eines neuen Kabinetts und zur sofortigen Einleitung von Reformen auf.
Die Demonstration begann vor dem Sitz der Regierung und zog dann vor die ägyptische Botschaft in Amman weiter. Dort drückten die Demonstranten auch ihre Unterstützung für die Proteste in Ägypten gegen Staatschef Husni Mubarak aus. Die Demonstration verlief friedlich.
"Wir sind optimistisch, dass sich etwas ändern wird", sagte Nimer al Assaf vom politischen Arm der jordanischen Muslimbrüder. Auch in drei weiteren Städten Jordaniens versammelten sich Menschen zu kleineren Kundgebungen. Allerdings nahmen deutlich weniger Menschen an den Protesten teil als bei den vergangenen Malen.
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