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Niederlage gegen Donald Trump
Hillary Clintons bitterste Stunden

Niederlage gegen Donald Trump: Hillary Clintons bitterste Stunden
Clinton bei der Stimmabgabe am Dienstag FOTO: rtr, BS/BSP
Düsseldorf. Als sich ihre Niederlage abzeichnete, verschwand Hillary Clinton und ließ ihre Fans nach Hause schicken. Die Schlappe gegen Donald Trump dürfte das Ende ihrer politischen Karriere bedeuten. Von Milena Reimann

Hillary Clinton hat sich verkrochen. Als es am frühen Morgen deutscher Zeit kaum noch Chancen auf einen Wahlsieg gab, beorderte die Demokratin ihren Wahlkampfmanager John Podesta auf die Bühne des Javits Convention Center in New York. "Ich weiß, ihr wart lange hier, es war eine lange Nacht und eine lange Kampagne", begann er. "Ich würde sagen, wir können ein klein wenig länger warten, oder?" Man wolle abwarten, bis jede Stimme ausgezählt sei. "Ihr solltet nach Hause gehen, etwas schlafen. Wir werden morgen mehr zu sagen haben", rief er den enttäuschten Clinton-Anhängern in der Halle zu.

Hillary Clinton hat laut CNN dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump ihre Niederlage am Telefon eingestanden. Aus der Öffentlichkeit ist sie seither verschwunden, ihre Social Media Profile werden derzeit nicht bespielt. Zur verlorenen Wahl wollte sie sich laut Podesta erst am Donnerstag äußern, hieß es zunächst. Dann wollte sie sich um 16.30 Uhr äußern. 

Muss sie das Ergebnis erst verkraften? Hofft sie noch auf ein Wunder – vielleicht könnte es ja doch noch weitere Pannen mit den Wahlcomputern gegeben, sich jemand verzählt haben? Eher unwahrscheinlich. Vermutlich sucht sie einfach nach den richtigen Worten, um ihre politische Karriere zu beenden.

Denn das ist wohl der naheliegendste Schluss. Die 69-Jährige war First Lady mit Ex-Präsident Bill Clinton, Senatorin von New York und bis 2013 Außenministerin unter Barack Obama. Die Präsidentschaft wäre die Krönung ihrer Karriere gewesen – jetzt ist der gescheiterte Versuch wohl eher das Ende ebenjener. Denn was soll jetzt noch kommen?

Hillary Clinton: US-Präsidentschaftskandidatin 2016 FOTO: afp, js

Eine Sache gäbe es da noch. "Lock her up, lock her up!" – "Sperrt sie ein!", das war ein Schlachtruf bei vielen Trump-Auftritten im Wahlkampf. Der Republikaner hatte erstmals im Juni eine Gefängnisstrafe für Clinton gefordert, weil sie ihre Emails als Außenministerin über einen privaten Server laufen ließ. Das FBI, das die Sache untersuchte, warf ihr zwar Verantwortungslosigkeit vor, konnte aber kein kriminelles Verhalten erkennen. Trump kündigte vor der Wahl an, dass die Ermittlungen im Falle seiner Präsidentschaft weitergehen werden.

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