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Wahl in Finnland: Niinistö wird neuer Präsident

zuletzt aktualisiert: 05.02.2012 - 21:42

Helsinki (RPO). Die Stichwahl um das Präsidentenamt in Finnland ist entschieden: Der Grünen-Politiker Pekka Haavisto gestand am Sonntagabend im finnischen Fernsehen seine Niederlage ein und gratulierte seinem konservativen Rivalen Sauli Niinistö zum Wahlsieg.

Der Konservative Sauli Niinistö hat die Nase bei der Präsidentschaftswahl in Finnland wie erwartet klar vorne. Foto: afp, Roni Rekomaa
Der Konservative Sauli Niinistö hat die Nase bei der Präsidentschaftswahl in Finnland wie erwartet klar vorne. Foto: afp, Roni Rekomaa

Der Sender berichtete, nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen komme Niinistö auf gut 63 Prozent der Stimmen, Haavisto auf knapp 37 Prozent.

Rund 4,4 Millionen Finnen waren bei der Stichwahl aufgerufen, einen Nachfolger der bisherigen sozialdemokratischen Präsidentin Tarja Halonen zu wählen, die nach zwei aufeinanderfolgenden Mandaten nicht wieder antreten durfte.

Die Programme des 63-jährigen Niinistö, des Kandidaten der regierenden Partei Nationale Koalition, und des 53-jährigen Umweltpolitikers Haavisto unterschieden sich nur wenig. Beide präsentierten sich im Wahlkampf als Pro-Europäer.

Niinistö war von 1996 bis 2003 Finanzminister, in seiner Amtszeit wurde in Finnland der Euro eingeführt. Experten verweisen darauf, dass Niinistö als Finanzfachmann bei den Finnen große Glaubwürdigkeit genießt. Viele Sympathien schlugen ihm zudem entgegen, als er bei der Tsunami-Katastrophe in Thailand 2004 seinen jüngsten Sohn rettete, indem er mit ihm auf einen Baum kletterte.

Symbolischer Charakter des Amts

Die Kompetenzen des Staatsoberhaupts in Finnland wurden in den vergangenen Jahren beschnitten. Exekutivrechte hat das Staatsoberhaupt nur in außenpolitischen und militärischen Fragen. Allerdings hat der Amtsträger eine wichtige symbolische Rolle und kann die öffentliche Meinung maßgeblich beeinflussen.

Die Regierung kann Schützenhilfe gut gebrauchen: In der Bevölkerung wuchs zuletzt der Unmut über die Rettungspakete für Schuldenstaaten wie Griechenland. Euroskeptiker wie die Wahren Finnen hatten im vergangenen Jahr von solchen Stimmungen kräftig profitiert und waren als drittstärkste Kraft ins Parlament in Helsinki eingezogen. Kurzzeitig drohte eine Blockade des EU-Rettungspakts für Portugal - bis sich die Rechtspopulisten aus der Regierungsbildung verabschiedeten.

Quelle: AFP/REU

 
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