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Griechenlands Rechtsextreme unter Druck
Parteispitze der Goldenen Morgenröte steht vor Gericht

Nikolaos Michaloliakos: Goldene Morgenröte steht vor Gericht
Nikolaos Michaloliakos (rechts), Parteichef der rechtsradikalen Partei Goldene Morgenröte. FOTO: dpa
Athen. Ab Montag stehen 69 Politiker der rechtsextremen Partei Goldene Morgenröte wegen Bildung einer krimineller Vereinigung in Griechenland vor Gericht, darunter auch Parteichef Nikos Michaloliakos.

Sie sollen zu Gewalt gegen Einwanderer und linksgerichtete Gegner angestachelt haben. Die in den 1980er Jahren gegründete, einst kleine Neonazipartei ist im Zuge der Finanzkrise zur inzwischen drittstärksten Kraft in Griechenland aufgestiegen. Bei der Parlamentswahl vor drei Monaten hat sie 6,3 Prozent der Stimmen erzielt, obwohl sie von staatlicher Wahlkampffinanzierung abgeschnitten war.

Dem 57-jährigen Michaloliakos und zwölf weiteren Abgeordneten der rechtsextremen Partei drohen bei einem Schuldspruch bis zu zehn Jahren Haft.

Hintergrund des Prozesses sind rassistische Übergriffe auf dunkelhäutige Einwanderer in Athen seit 2010. Nach Angaben von Opfern haben sich die Angreifer häufig als Anhänger der Goldenen Morgenröte zu erkennen gegeben. Die Partei bestreitet eine Verwicklung und spricht von einer politischen Verschwörung ihrer Gegner.

Die griechischen Behörden gehen seit dem tödlichen Angriff auf den linken Sänger Pavlos Fyssas 2013 verstärkt gegen die Partei vor; der Täter damals soll ein Freiwilliger Helfer der Goldenen Morgenröte gewesen sein. Michaloliakos ist nach 18 Monaten Untersuchungshaft - das Maximum ohne Schuldspruch - inzwischen wieder auf freiem Fuß.

(ap)
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