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Lumumba Stanislaus Di-Aping sprecher entwicklungsländer ap
  Foto: POLFOTO, AP
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Entwicklungsländer stocksauer wegen Klimaschutzvorschlag: "Noch nicht einmal genug für Särge"

zuletzt aktualisiert: 09.12.2009 - 15:33

Kopenhagen (RPO). Auf dem Umweltgipfel von Kopenhagen geraten Erste und Dritte Welt hart aneinander. Die Entwicklungsländer sind wütend wegen der ihrer Meinung nach völlig unzureichenden Vorschläge zur Verteilung der Kosten.

Der Block der 135 Entwicklungsländer wies das aktuelle Angebot auf der Kopenhagener Konferenz vehement zurück. Die zehn Milliarden Dollar Anschubfinanzierung, die im aktuellen Entwurf für die Gipfelerklärung stehen, reichten nicht aus, "um genug Särge für die Menschen in den Entwicklungsländern zu kaufen", sagte der Vorsitzende des Blocks, der Sudaner Lumumba Di-Aping (Foto oben), am Mittwoch in Kopenhagen.

Er verwies darauf, dass zur Bekämpfung der Finanzmarktkrise mehr als eine Billion Dollar bereitgestellt worden seien. Die versprochenen Anstrengungen für die Klimaschutzentwicklungshilfe falle demgegenüber ab. "Wenn die Erderwärmung das größte Risiko für die Menschheit ist, wie können Sie dann die zehn Milliarden erklären", fragte er in Richtung von Gipfelgastgeber Dänemark.

Info

Klimagipfel-Blog

Exklusiv für RP ONLINE berichtet die deutsche Umweltschutz-Organisation Germanwatch regelmäßig in einem Blog von den Geschehnissen auf der Konferenz von Kopenhagen. Was die über 20 Germanwatch-Experten während der elf Verhandlungstage erleben, wem sie auf den Konferenzfluren begegnen, worüber sie sich freuen oder ärgern schildern sie >>>hier in ihren Beiträgen.

300 Milliarden jährlich

Die USA schätzen, dass der Kampf gegen den Klimawandel auf lange Sicht rund 300 Milliarden Dollar pro Jahr kosten könnte. Wer für die Kosten aufkommt, ist einer der größten Streitpunkte auf der seit Montag laufenden Klimakonferenz.

So warf China, der weltgrößte Verursacher klimaschädlicher Treibhausgase, den westlichen Industrieländern vor, sich selbst nur anspruchslose und falsche Ziele gesetzt zu haben. Zugleich zeigte die Volksrepublik aber auch Kompromissbereitschaft.

Die USA hätten sich ein Ziel für die Verringerungen von Treibhausgasen gesetzt, das der Rede nicht wert sei, sagte der chinesische Chefunterhändler Su Wei am Dienstag. Die USA, zweitgrößter Produzent von Treibhausgasen, wollen ihre Emissionen bis 2020 um rund 17 Prozent unter den Stand von 2005 senken. Im Vergleich zu 1990 wäre das ein Rückgang von drei Prozent. Wei bemängelte, das Ziel der Europäischen Union, die Emissionen um 30 Prozent zu senken, sei nicht ausreichend, und Japan habe unmögliche Vorbedingungen gestellt. Die Kritik Chinas offenbart den Riss, der durch die mehr als 190 Länder beim Klimagipfel geht.

Entwicklungsländer besonders betroffen

Die Volksrepublik wolle aber auch eine konstruktive Rolle bei dem bis zum 18. Dezember dauernden Klimagipfel spielen, sagte der Klimabeauftragte Chinas, Xie Zhenhua, im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Er hoffe, dass US-Präsident Barack Obama, der wie andere Staatschefs erst in der entscheidenden Schlussphase nach Kopenhagen reisen wird, einen konkreten Beitrag mitbringen werden. Auf die Frage, ob er damit etwas weitergehendes als die bisherigen US-Pläne meine, sagte er: "Ja."

Sicher ist: Geht es um die Verteilung der Lasten des Klimawandels trifft es bisher vor allem Menschen in der Dritten Welt. Im aktuellen Ranking der am meisten betroffenen Staaten liegen Myanmar, Birma und Honduras vorne. Oftmals fehlt es schlichtweg an Geld, um entsprechende Schutzvorrichtungen gegen Naturkatastrophen bauen zu können.

Gabriel will Druck auf die USA erhöhen

Die Menschenrechtsoprgansisation Pro Asyl fordert daher ein neues Schutzinstrument eigens für Klimaflüchtlinge. Notwendig sei die Entwicklung eines völkerrechtlichen Abkommens, das Menschen schütze, die vor den Folgen des Klimawandels fliehen müssten, erklärte die Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge am Donnerstag. Bestehende menschen- und flüchtlingsrechtliche Instrumente wie die Genfer Flüchtlingskonvention reichten für die Herausforderungen zukünftiger klimabedingter Migrationsprozesse nicht aus. 

Nach Ansicht von SPD-Chef Sigmar Gabriel kann nur stärkerer internationaler Druck auf die USA die Weltklimakonferenz noch zum Erfolg führen. Amerika müsse verbindliche Klimaziele anerkennen, denn die aktuellen Vorschläge des US-Präsidenten Barack Obama entsprächen nur zehn Prozent dessen, was Deutschland tue und was eigentlich notwendig sei, sagte der ehemalige Bundesumweltminister. Wenn die Staatengemeinschaft nicht handele, werde alles viel teurer. Die Menschen verlören jetzt schon ihre Heimat durch Ausbreitung der Wüsten, erklärte Gabriel. "Es gibt gigantische Flüchtlingsströme. Und deswegen ist jetzt zu investieren." Dies sei weit preiswerter als nichts zu machen.

Hintergründe, Zukunftsszenarien, Blockierer und Hoffnungsträger - in unserem Special finden Sie weitere Informationen zum Klimagipfel.

Quelle: AP/RTR/AFP

 
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