Nach der Affäre seiner Frau: Nordirischer Regierungschef zurück im Amt
zuletzt aktualisiert: 03.02.2010 - 19:47Belfast (RPO). Der nordirische Regierungschef Peter Robinson hat am Mittwoch seine Amtsgeschäfte wieder aufgenommen. Er war wegen einer Affäre seiner Frau in Bedrängnis geraten und hatte am 11. Januar erklärt, er werde sein Amt vorübergehend ruhen lassen.
Dem Regierungschef wurde vorgeworfen, er hätte das Parlament über die Beschaffung öffentlicher Kredite informieren müssen, die seine Frau für ihren 19-jährigen Liebhaber besorgt hatte.
Ein mit der Untersuchung der Vorgänge beauftragter Rechtsexperte habe ihn von allen Anschuldigungen freigesprochen, erklärte Robinson am Mittwoch. Der Jurist habe festgestellt, dass keinerlei Verstöße gegen den Verhaltenskodex der Regierung vorliege.
Robinsons Frau Iris hatte die Kredite offenbar in ihrer Eigenschaft als Parlamentsabgeordnete beschafft, sie hat ihr Mandat mittlerweile zurückgegeben.
Unterdessen hat der britische Nordirlandminister Shaun Woodward vor einem Scheitern der Verhandlungen zur Rettung der Allparteien-Regierung gewarnt. Die Gespräche stünden auf der Kippe, sagte Woodward in Belfast. "Wenn wir erfolgreich sind, werden wir alle Leistungen des Friedensprozesses sichern", sagte der Minister. "Wenn wir scheitern, ist vieles davon gefährdet."
Seit neun Tagen verhandeln die protestantische Partei DUP und die katholische Sinn Fein fast rund um die Uhr. Die Sinn Fein fordert unter anderem ein konkretes Datum, bis zu dem die britische Regierung die Kontrolle über Polizei und Justiz auf die nordirische Selbstverwaltung überträgt.
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